Montag, 27. Oktober 2014

TÜRKEI | Lykien- Auf den Spuren Alexander des Großen

Ich fange auf meinem REISE-BLOG mal mit einer "kleinen" Reise an. Für uns eine ungewöhnliche Reise, da wir eher mit dem Rucksack oder dem Camper unterwegs sind. In Zukunft werdet ihr hier auch meine anderen Reisen miterleben. Aber die Türkei ist noch so frisch, also folgt mir auf meiner kleinen Rundreise durch Lykien.

Da ich euch nicht mit den hektischen Details einer Rundreise quälen möchte, zeige ich euch einfach, was wir in den 6 Tagen alles zu sehen bekommen haben. Das war nicht gerade wenig. Ich bin ja auch nicht mehr taufrisch :) aber die meisten Gäste der Rundfahrt waren dann noch mal deutlich älter. Also Hut ab, wer sich so was zutraut.

1. Tag: 
Myra - Römisches Theater und Felsengräber, St. Nicholauskirche, Bootsfahrt
Myra ist eine antike Stadt und heißt heute Demre. Myra war ab der Zeit des Hellenismus eine der 6 größten Städte des lykischen Bundes. (Als Hellenismus bezeichnet man die Zeit vom Regierungsantritt Alexander des Großen 336 v. Chr. bis zur Einverleibung des ptolemäischen Ägyptens...) Die Stadt wurde im Laufe der Jahrhunderte unter dem Schlamm des Demre Flusses begraben. Heute kann man das Theater besichtigen und die wundervollen Felsengräber. Die Lykier glaubten, dass die Seele eines Toten mit Hilfe eines Vogeldämonen in den Himmel gelangt. Daher wurden sie nicht in der Erde begraben.

Weiter gings zur St.-Nikolaus-Kirche. Der Nikolaus ist eine der populärsten Figuren des Christentums. In der Ost- wie auch in der Westkirche. Nikolaus war ein orthodoxer Bischof im ehemaligen Myra im 4. Jahrhundert. Die Ausgrabungen sind noch in vollem Gange, aber man kann schon einige sehr schöne Fresken bewundern, die die Wundertaten des Heiligen darstellen.



Nach der Grabeskirche ging's mit dem Bus ein paar Kilometer weiter und dann auf's Schiff. Aus einem kleinen Hafenstädtchen sind wir zu den versunkenen Ruinen von Dolikhiste getuckert. Die Stadt wurde durch mehrere Erdbeben zerstört, (einmal im 2. Jahrhundert n. Chr. und vermutlich im 10. Jahrhundert) so dass die Ruinen heute größtenteils unter Wasser liegen.



Wir waren leider weder bei Ibrahim, noch bei Hassan essen. Für uns gab es ein leckeres Extra-Mittagessen :) Danach kam eine lange Busfahrt bis zu unserer nächsten Übernachtung im Raum Fethiye.

2. Tag: 
Lagune von Dalyan und Iztuzu Strand
Die Bootsfahrt an diesem Tag war eher gemütlich und alle Gäste haben sie sehr genossen, vor allem nach dem hektischen Tag zuvor. Mit dem Boot ging es durch eine Schilflandschaft mit Blick auf die schönsten Felsengräber des Karischen Reiches. Sie stammen aus dem 4. Jahrh. v. Chr. Außen täuscht die Fassade einen Tempel vor. Aber es geht nicht wirklich weit hinein. Besichtigen kann man die Gräber nicht, was aber nicht schlimm ist, da man vom Boot aus eh den besten Blick hat.

Die Bootsfahrt ging bis zum Strand von Iztuzu. Dort ist der wichtigste Fortpflanzungsort der Caretta-Meeresschildkröte.  Die kommen von Mai bis September hierher zur Eiablage. Zum Glück haben es Tierschützer verhindert, dass 1988 ein gigantischer Hotelbau diese Idylle zerstört hat. Ein wunderschönes Naturschutzgebiet, wo man auch herrlich baden kann.



3. Tag: 
Das volle Programm - Weindorf, St. Johannes Basilika, IsaBey Moschee und Ephesos!
Das wird ein anstrengender Tag. Und da der Reiseführer meinte, es wäre besser, später nach Ephesos zu fahren, haben wir davor noch so einiges abgeklappert :) Zuerst ein Besuch in dem wunderschönen, kleinen Weindorf Sirince. Ach, da wäre ich ja gerne ein Weilchen geblieben.... aber wir hatten nur 1 Stündchen... dann gings zack-zack weiter :)




Auf zur Johanneskirche bei Ephesos. Eine der größten Sakralbauten des byzantinischen Reiches. Sie war dem Apostel Johannes geweiht und wurde von Kaiser Justitian gestiftet. (etwas 500 n. Chr.) Die Basilika ist 130 meter lang und 40 meter breit und gehörte zu den größten Kirchen Kleinasiens. Heute stehen dort leider nur unzählige Ruinen...


Hinten links sieht man noch eine Kuppel der IsaBey Moschee. Der haben wir auch einen kurzen Besuch abgestattet. Sie stammt ursprünglich aus dem Jahre 1374. Wurde aber bei den Erdbeben von 1653 und 1668 zerstört. Nach langer Zeit der Zweckentfremdung wurde sie dann 1975 nach einer kompletten Restaurierung wieder eröffnet.

So, und dann endlich Ephesos. Für Leute mit Rollator und Stock eine echte Herausforderung. Aber es haben alle die Marmorstraße durchschritten:



Ephesos. Im Altertum eine der ältesten, größten und bedeutensten griechischen Städte Kleinasiens. Hier stand auch der Tempel der Artemis, eines der 7 Weltwunder. Damals lag die Stadt am Meer. Kann man sich gar nicht mehr vorstellen, da die Küste nun mehrere Kilometer entfernt ist. Wenn ich das bei unserer Führung richtig verstanden habe wurde die Stadt erst 296 v. Chr. an die heutige Stelle verlegt. Es gibt so viele fantastische Bauwerke dort, aber am faszinierendsten (für mich) war die Celsus Bibliothek aus den Jahren 114 bis 125 n. Chr.

Sie beherbergte einst 12.000 Bücher in Rollenform, die in Nischen steckten. Im Gegensatz zu der 2- stöckigen Fassade war der Innenraum 3-stöckig. Irgendwann im 3. Jahrundert gab es wohl (mal wieder) ein Erdbeben und wahrscheinlich auch einen Brand, der das Gebäude vernichtet hat. Die Bibliothek wurde erst 1905/06 wieder freigelegt. Die Fassade hat man dann in den Jahren 1970-78 wieder aufgerichtet. Leider, leider war die Zeit viel zu kurz dort, um sich alles genau anzuschauen. Keine Zeit, keine Zeit... alle Mann in den Bus. Abfahrt!

4. Tag: 
Aphrodisias und Pamukkale
Aphrodisias ist eine antike Stadt im Südwesten der Türkei. Der Name leitet sich vom Aphrodite-Kult ab, der im Aphrodite-Tempel praktiziert wurde. Die Ursprünge der Stadt gehen zwar bis ins 3. Jahrtausend v. Chr. zurück. Den Namen erhielt sie aber erst im 3. Jahrhundert v. Chr. Durch die nahegelegenen Steinbrüche dort, besteht fast alles aus feinstem Marmor. Die vielen Katzen in den antiken Städten lässt der ganze Kult kalt.


Auf dem Bild unten sieht man übrigens nicht den Tempel sondern "bloß" ein Eingangstor zur Stadt (ein Tetrapylon). Wenn das schon so gigantisch ausschaut, wie muss dann erst der Tempel ausgesehen haben? Beeindruckend war auch das riesige Stadion. Einmal in die Zeit zurückreisen und dort sitzen und den Spielen zuschauen... :)


Wie immer war die Zeit zu kurz, denn die heutige Tour hatte noch viele Kilometer bis Antalya vorgesehen. Pamukkale stand eigentlich nicht wirklich auf dem Programm, aber unser Reiseleiter Bayram hat uns ein Stündchen gegönnt, um barfuß hinaufzusteigen. Mit Schuhen darf man den Kalkstein nicht mehr betreten. Das ist auch gut so. Nicht nur, dass es dort aussieht, wie in einem Skigebiet... von oben betrachtet hat man das Gefühl einer Mount Everestbesteigung beizuwohnen...

Nicht jeder aus der Gruppe hat den Aufstieg auf sich genommen. Und selbst für uns war es fast ein wenig zu knapp. Und auch, wenn in den oberen Becken zur Zeit kein Wasser war, hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Pamukkale hat seinen Namen durch die Kalksinterterassen, die über Jahrtausende durch kalkhaltige Thermalquellen entstanden sind. Sie stehen auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.


Also ich hätte dort noch länger bleiben können, obwohl sich wahre Menschenströme den Hang rauf und runter geschoben haben. Am besten fand ich die asiatischen Touristen, die meistens ihr Handy an einer Teleskopstange befestigt hatten. So konnten sie sich immer selber vor den wichtigsten Punkten fotografieren... Tolle Erfindung... :)

5. Tag: 
Antalya
Am 5. Tag ging es wieder nach Antalya. Und damit war die Reise auch eigentlich (für uns) beendet. Noch mal ein kurzer Besuch in der Altstadt von Antalya und dann der übliche Zirkus: Teppiche, Schmuck und Leder. Auch Interessant, aber sicher kein Highlight der Rundreise. Gehört aber einfach dazu. (Punkt. Fertig. - würde jetzt unsere Reiseleiter sagen :)


So, das wars auch schon. Ihr habt's geschafft :) Für einen ersten, kleinen Eindruck der Türkei (ich war noch nie zuvor dort) war die Reise auf jeden Fall ganz prima. Außerdem war es auch mal schön, sich um nichts selber kümmern zu müssen. Nicht ums Hotel, nicht ums Essen, nicht um den Eintritt der Tempelanlagen und auch nicht um die Fortbewegung.
Mit einem "Gala"-Abend endete die Rundreise. Und auch das schöne Wetter endete. Denn am letzten Tag hat es gegossen, wie aus Eimern. Was haben wir die Tage doch für ein Glück gehabt....

Kommentare:

  1. Hallo Yna,
    was für einen tollen Reisebericht du über meine Heimat geschrieben hast, ich danke dir fürs mitnehmen. Deine Fotos sind soooo schön ich habe jetzt Heimweh bekommen. Türkei hat wirklich viel zu bieten und man braucht sehr viel Zeit :-)
    Liebe Grüße
    Papatya

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ohh, mein erster Kommentar :) Ja, die Türkei ist ganz fantastisch. Und weißt du was? Ich finde die Sprache so toll!
      Beim nächsten mal kann ich bestimmt ein paar Worte türkisch...!

      Löschen
  2. Ein wunderbarer kleiner Bericht mit ganz tollen Fotos. Das war dann wahrscheinlich eine Schnupperreise bevor man da noch mal hinfährt. Ich bin gespannt auf weitere Reiseberichte.
    Grüße aus Köln, Ingrid

    AntwortenLöschen
  3. Ein super schönes Örtchen und tolle Bilder! Da bekomme ich gleich wieder Fernweh :( ich schätze aber, dass es Ende November etwas zu kalt ist - auch wenn die Angebote wie vielleicht Last Minute günstig sind, oder?
    Lg, Lena

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Ynaina, (klingt auch schon ein bisschen türkisch)
    netter Bericht mit superschönen Fotos! Das nächste Mal sind wir dabei ;-)

    AntwortenLöschen
  5. Ein wunderschöner Urlaub! Ich liebe die Türkei. Im vergangenem Sommer habe wir auch wieder mal Urlaub in der Türkei gemacht :)

    AntwortenLöschen
  6. Wow, das sind aber wirklich tolle Bilder geworden! Vor allem die in Ephesos und in Pamukkale gefallen mir sehr, sehr gut :). Was das Thema Rundreise angeht, bin ich auch immer gespalten: Einerseits braucht man sich um nichts einzeln zu kümmern, andererseits hat man oft an den interessanten Orten zu wenig Zeit ... Ephesos wollte ich auch immer einmal sehen, bin mir aber ziemlich sicher, dass ich dort einen ganzen Tag verbringen könnte :). Sollte mal wirklich schauen, ob ich nicht ein günstigen Flug nach Antalya buchen kann :D ... Dass man mittlerweile zu Fuß auf die Sinterterrassen bei Pamukkale gehen muss, wusste ich nicht - hat man euch einen Grund genannt dafür?

    Liebe Grüße
    Maria

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über eure Kommentare. Vielleicht habt ihr ja ähnliches zu berichten? Immer her damit!