Dienstag, 16. Dezember 2014

Indochina | Reisetagebuch Teil 1

Und los geht's. Folgt mir nach Thailand, Kambodscha, und Vietnam. Aber Achtung: Es ist ein Reisetagebuch :) Obwohl ich den Text schon um die Hälfte gekürzt habe, gibt es drei Teile. Wer keine Lust hat zum Lesen, der schaut sich dann halt einfach nur die Bilder an :)

Wir landen gegen 7.10 Uhr. Für 700 Baht fahren wir mit einem Taxi vom Flughafen durch das stinkende Bangkok zum Busterminal. Dann weitere 5 Std. mit dem Bus. Mit der Fähre tuckern wir nach Kho Chang. Geschafft! Gleich weiter nach White Sands. Wir laufen gar nicht lange rum und buchen einen Bungalow für 2 Nächte, suchen uns ein nettes Restaurant und machen danach noch einen Spaziergang am Strand. In den Bäumen hängen Lampions und um die Palmen winden sich bunte Lichterketten. Windlichter und Moskitospiralen fackeln lustig im Wind und überall chillige Musik. Ich freue mich auf das frische Bett.

Nach fast 11 Stunden Schlaf, frühstücken wir lecker und bereiten uns auf das Strandleben vor. Das erste mal, dass ich an meinem Geburtstag im Meer schwimme! 

Wir erkunden den Teil des Strandes an dem wir 2003 gewohnt haben. Die Hippi-Anlage hat sich etwas vergrößert, aber „Rabbit in Love“ ist nicht mehr da. Schade.
Nach einem Geburtstagsessen gibt es noch einen verspäteten Sundowner. Wir sitzen gemütlich auf Kissen und trinken Caipis. Es geht ein angenehmer Wind. Die Windspiele flattern. Herrlich!

Wir ziehen um. Die 200 Meter mit dem Rucksack reichen aus, um die Kleidung durchzuschwitzen. Die Hütte ist größer als damals, hat jetzt Klimaanlage, Kühlschrank und TV. 

So ein schönes Fleckchen Erde. Wir hängen eine Weile am Strand (vorwiegend im Schatten) stärken uns im nahen Restaurant. Herr H. geht schwimmen. Ich wollte eigentlich Baywatch machen, aber er ist schon nicht mehr zu sehen. Wird sich doch nicht verschwommen haben?

Abends essen wir an der Straße. Diesmal hat Herr H. was Süßes und ich ein Curry. Himmel ist das scharf. Das T-Shirt ist bereits wieder durchgeschwitzt. In der Hütte stelle ich die Air Condition an. Draußen schwitzt man nur vom rumsitzen. Ein Hoch auf den Erfinder des Monoblocks. Da sitzen wir nun sehr bequem auf unserer Terrasse und lauschen dem Meer.

Eigentlich wunschlos glücklich - hege ich einen geheimen Wunsch – jemand möge mir meine Laufschuhe klauen. Was für eine absurde Idee, sich bei den Temperaturen zu bewegen. (Außer zum Wasser und zurück) Außerdem vermute ich der unübersetzbare Name der Insel ist „45°-straße“. 30 Minuten Laufen und ich bin am Ende.

Heute Morgen stehen wir um 6.00 Uhr auf und verlassen White Sands. Von Trat geht es mit dem Minibus an die Grenze nach Kambodscha. Mit dem E-Visa gibt es kein Problem, dauert nur ein Weilchen. Der Bus nach Phnom Penh geht natürlich nur morgens um 8.00 Uhr. Also was tun? Mich ärgert es jedes Mal, wenn man versucht uns übers Ohr zu hauen. Die wissen genau, dass der Bus schon lange weg ist. Diese Rumzackerei ist ätzend. Übernachten wollen wir in diesem öden Grenzdorf natürlich nicht. Letztendlich fahren wir dann 4 Std. mit einem Taxi für 1700 Baht nach Phnom Penh.

Als die ersten bewohnten Siedlungen kommen, fängt auch der Müll an. So schmutzig hatten wir es uns dann doch nicht vorgestellt. Umsteigen ins TukTuk und los zum Hotel. Dabei stellt Herr H. fest, dass er sein Handy im Taxi hat liegen lassen:( Wir checken im Hotel ein, gehen als erstes in den nächsten Internetshop und lassen die Simkarte sperren.

Hier in P.P. ist die Hölle los. Alles fährt kreuz und quer, hupt und stinkt. Unglaublich. Unser Hotel liegt direkt am Fluss Tonle Sap. Und unser Zimmer geht zur Straße, bzw. zum Fluss. Das wird ein Spaß heute Nacht. Nach einem kurzen Marsch am Royal Palace vorbei gehen wir in ein Restaurant und bestellen in der Happy Hour erst mal 2 Cocktails, essen Chicken und Fish in Caramelsoße. 

Wer glaubt, Bangkok sei die Hölle, der war noch nie in Phnom Penh. Hilfe! Herr H. reißt mich um 7.00 Uhr aus meinen Träumen. Wir tauschen das Zimmer. Weg von der „extrem“ lauten Straße zu der „nur“ lauten Straße.

Ab ins Nationalmuseum, was eigentlich ganz schön ist. Schade nur, dass gerade Schlitze geklopft werden für neue Kabel. Trotzdem ein etwas entspannterer Ort, mit etwas besserer Luft mit schön begrünten Innenhof. Danach geht es zum Centralmarket. Nichts was es nicht gibt. Wir kaufen ein paar Bananen. Wir haben so viel Riel und werden sie kaum los, da man fast alles in Dollar bezahlen kann. Wie will man 800.000 Riel verfuttern, wenn alles so billig ist?

Wir marschieren so gegen 17.00 Uhr in Richtung „Wat Phom“. Eine kleine Pagode auf der wahrscheinlich einzigen Anhöhe in P.P. Lustig finden wir beim Runterlaufen einen Affen, der einen kleinen, runden Spiegel gefunden hat, mit dem er sich intensi beschäftigt.

Chillen auf der Terrasse von der Riverside Lounge beim 2. Mai Thai mit Blick über die Hektik der Straße und den Tonle Sap. Das mit dem Verkehr hier haben wir schon ganz gut im Griff. Nämlich einfach losmarschieren. Den Mopeds die Möglichkeit geben um einen herum zu fahren. Nicht stehenbleiben. Einfach tapfer durch.

Mit dem Tuktuk für 10.000 Riel zum „Toul Sleng-Museum“ Das frühere Gefängnis S21, in dem tausende von Menschen unter Pol Pot den Tod fanden. Knapp 2 Mio. Menschen starben während der Zeit der Roten Khmer. Ich möchte mir die grausigen Fotos gar nicht mehr ansehen und verzichte auf einen Teil der Ausstellung. Es ist zu bedrückend.

Wir haben so viel Riel, dass wir sie wieder in Dollar zurücktauschen. 400.000 Riel gegen 97$. Wir gehen in das Restaurant „Friends“. So eine Art Hilfsprojekt für Straßenkinder. Die Gegend ist etwas gruselig, aber das Restaurant ist richtig nett. Wir haben Glück und bekommen draußen noch einen Tisch.

Um 6.00 Uhr aufstehen. Ohne Kaffee und Frühstück zur Busstation. Da gibt es erst mal Verwirrung, weil wir im falschen Bus landen. Der Richtige ist dann leider ein olles Ding. Zerrupfte Sitze, laute AC und natürlich laute Musik. Beim Fahren wird vor jeder Kurve gehupt. Auch wenn keine Kurve da ist...

Nach 7 Std. Fahrt kommen wir in Kratie an. Kommt auch gleich einer, der uns in ein Hotel bringen will. Da es genau das ist, dass wir uns gestern im Internet ausgesucht hatten, steigen wir hinten auf 2 Mopeds auf und fahren mit. Das Zimmer kostet 8$ und ist o.k. Und ruhig.

Um 15.00 Uhr geht es mit unserem netten Mopedfahrer dann zu den Delphinen. Wir kaufen für je 7$ ein Ticket fürs Boot. Der Mekong ist hier schon ziemlich breit und wir sehr gespannt.

Wäre ich dort Delphin, würde ich so schnell wie möglich verduften. Das ganze Getucker der Boote muss der absolute Stress für die Tiere sein. Die Fahrt dauert ca. 45 Min., dann ab zurück. Den Tieren zu Liebe würde ich das nicht noch einmal machen.
Groß ist Kratie ja nicht und die wenigen Restaurants aus dem Reiseführer sind voll mit Touris. Die Ruhe hier ist fantastisch. Vielleicht ein paar Grillen und heute Morgen mal 2 Hunde, aber ansonsten himmlich still. Um 7.15 Uhr gehen wir laufen. 42 Minuten. Ich bin total platt. Halb-Marathon? Das schaffe ich doch nie...

Wir beobachten das Treiben auf dem Mark. Ein buntes Gewusel. Zwischen dem ganzen Obst und Gemüse laufen die einheimischen Frauen in „Schlafanzügen“ herum. Zumindest sieht das für uns so aus. Anders kann man die bunten Dinger nicht beschreiben.
Wir kaufen unsere Bustickets für morgen und stürzen uns ins Marktgetümmel. Lieber Himmel. Obst und Gemüse geht ja noch, aber die Fleisch- und Fischabteilung ist schon eine heftige Nummer. Und all die Fliegen. Stinken tut es seltsamer Weise kaum.

Ein paar Fotos später fragen wir im Restaurant nach Fahrrädern. Die gute Frau, sehr geschäftstüchtig, lässt uns gleich welche bringen. Wahrscheinlich die Eigenen von daheim. Für 4$. Mit diesen Klapperrädern machen wir uns dann auf den Weg. Und zwar den Weg von gestern, zu den Delphinen. 15 km hin, 15 km zurück.

Und wieder sitzen wir im Bus. Um 7.30 Uhr geht‘s los Richtung Siem Reap. Herr H,‘s Geburtstag im Bus. Stunden später steigen wir um. Die Fahrt dauert bestimmt noch mal 5-6 Std. Im Bus läuft die ganze Zeit entweder Musik, Comedy oder ein grausiger Karate-Hack-Stech-Mich-Tod-Film. Karaoke oder Karate ­– egal, beides eher nervig.

Trotz des holprigen Weges geht es in dem komfortablen Bus recht flott voran. Wir sind 25 Min. früher da. Ein nerviger Tuktuk-Fahrer kutschiert uns rum und will uns zu allem möglichen bringen, die Adresse der Queen Villa kennt er aber nicht. Wir bezahlen ihn dann am Old Market und gehen zur Info. Die erklären uns den Weg und nun sind wir endlich da. Das Zimmer hier ist super.
Die Villa hier ist ein feudales Gebäude. Sehr edel und etwas protzig im Gegensatz zu dem, was wir sonst so kennengelernt haben. Das Zimmer ist sehr groß und der Fernseher hat Deutsche Welle:)

Obwohl die Stadt auch schmutzig und laut ist, hat sie doch ein gewisses Flair. Und natürlich viele Touris. In der Stadt gibt es die Pub-Street, die ist ein wenig so, wie Ballermann und natürlich auch voller Touristen. Dort geht auch Herrn H.‘s Geburtstag zu Ende.

Nach dem Frühstück gehen wir zum Fahrradverleih und holen uns für 3 Tage Räder. Und schon geht‘s los Richtung Angkor Wat. 20 Minuten etwa, dann sind wir am „Kassenhäuschen“. So hatte ich es mir zumindest vorgestellt. Es gibt statt dessen vielegroße  Schalter, an denen viele Leute stehen. Am Schalter gibt es auch eine Kamera, die macht ein Foto und schwupps hat man einen 3-Tages-Pass mit Bild für 40$. Das Fahrrad stellen wir ab und laufen durch die erste Anlage: „Angkor Wat“. Die ist zwar gar nicht so groß aber doch ziemlich beeindruckend.
Die Menschenmassen verlaufen sich zum Glück. Danach geht es weiter mit dem Rad. Oben auf dem Hügel von Phom Bakheng, in der großen Angkor Anlage. 67 Meter hoch. Wunderbar ruhig. Nur Fliegenbrummen und Magenknurren.

Nach der Besteigung des kleinen Hügels, fahren wir nach Angkor Thom. Diese Anlage erstreckt sich auf fast 10 km2 . Dort findet man die riesigen, lächelnden Gesichter. Einfach gigantisch. Leider zieht der Himmel zu, also nutzen wir die Gelegenheit, um etwas zu essen. Einmal Brot mit Rührei und einmal Freshfruits mit Joghurt. Und schon geht es uns besser. Frisch gestärkt wollen wir dann, da die Sonne wieder raus kommt, zur Angkor Wat Anlage wegen des Lichts, bleiben aber bei Ta Prohm hängen. Dort ist eigentlich nichts wirklich erhalten, die Tempel sind von Kapokbäumen überwuchert, was aber den eigentlich Reiz ausmacht. Die Sonne steht schon sehr tief steht, - ein fantastisches Licht. Mit dem Rad brauchen wir eine gute Stunde zurück. Zum Glück ist es noch nicht dunkel. Wir dagegen sind extrem staubig und klebrig.

Gefrühstückt und schon wieder in Angkor Wat. Nach so vielen Steinblöcken muss man zwischendurch auch eine Pause einlegen, was essen und entspannen. Heute ist ein heißer Tag, aber dank der riesigen Bäume auch recht schattig. Und wieder legen wir einige Radkilometer zurück. Nach dem Essen schauen wir uns „Preah Khan“ an, ist auch toll, wobei es erst gar nicht so danach aussieht. Auch hier stehen wieder diese riesigen Bäumen, die die Anlage in festem Griff haben.
Wir gehen noch zur Elefantenterrasse und zur Terrasse des Leprakönigs, wo es ganz tolle Reliefs gibt. Danach machen wir uns auf den Weg Richtung Angkor Wat, um dort bei untergehender Sonne noch ein paar Fotos zu machen.
Dort ist die Hölle los. Bis zum Sonnenuntergang warten wir aber nicht. Immerhin müssen wir ja noch zurück radeln.

Wir sind Watmüde! Mit der typischen „Angkorbräune“ (viel Staub) sind wir endlich wieder in der Villa. Ich denke „Wow“, tolle braune Füße – nach dem Duschen sind sie leider nicht mehr so braun...

Heute Morgen gehen wir tatsächlich Laufen! 50 Minuten. Nach dem Frühstück radeln wir dann Richtung Airport, zum City Angkor Hotel und holen unsere Startunterlagen, Chip und T-Shirt. Dann wieder Richtung Angkor Wat. Heute ist der 3. Tag mit unsrem „Multipass“. Heute noch mal Sonnenuntergang am Bayon in Angkor Thom und am Sonntag noch mal im Laufschritt durch die Anlage.

Ich bin völlig platt. Obwohl früher zurück, als geplant, da der Himmel zuzieht. Frisch geduscht sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Trotzdem – morgen mache ich bestimmt nicht viel.
Wir essen in der Pubstreet. Diesmal muss ich einfach einen Cheeseburger mit Pommes essen. Dazu Rotwein und hinterher noch mal einen Frozen Margarita. Schließlich ist ja Happy Hour.

Schön lange am Frühstückstisch abhängen. Dann wieder ins Zimmer. Lesen und auf dem Bett wieder einschlafen. Im Gegensatz zu gestern Abend geht heute auch ein kräftiger Wind.

Wir raffen uns dann noch mal auf und machen uns auf den Weg. Heute Abend gehen wir ins Beatocello-Konzert. Wir holen Geld, laufen durch den Old Market und suchen uns ein kleines Restaurant. Das Konzert fängt um 19.15 Uhr an. Die Musik an sich ist gar nicht so lang, sondern eher das, was Beat Richner erzählt. Zwischendurch gibt es auch mal ein Video. Das ist sehr beeindruckend. Und die 10$, die wir gespendet haben, sind nur ein Tropfen auf den heissen Stein. 80% der hiesigen Krankenhauskosten werden durch Spenden finanziert.





Jetzt muss ich mich mental auf Morgen vorbereiten, dass heißt schlafen! Der Countdown läuft.
Aufstehen um 4.30 Uhr!!! Schon schlimm genug. Ich habe nur ca. 2 Std. geschlafen und bin zudem total zerstochen. Dann geht es nach einem Tee und ein paar Keksen zu Dritt mit dem Tuktuk zum Start. Es ist noch stockdunkel. Als wir ankommen - wird es aber relativ schnell hell. Der Startschuss fällt und auf geht‘s. Nach 6 km muss ich dann mal nötig wohin ... und verschwinde hinter einen Erdhügel. Ob mich jemand gesehen hat? Wahrscheinlich. Ist mir in dem Moment aber egal. Später würde es nicht mehr gehen. Ich kenne ja die Strecke. Eigentlich läuft es ganz gut.

Sogar bei km 14 denke ich noch, ich habe meinen Schritt gefunden. Es läuft rund. Aber irgendwann macht es klong! Und dann geht es eben nicht mehr so gut. Die Brausetablette schütte ich bei Kilometer 16 in die Flasche. Schmeckt ekelig bitter. Um das Zeug zu trinken muss ich stehen bleiben, sonst wird mir schlecht. Bei km 20 muss ich dann mal gehen und der letzte km ins Ziel zieht sich wie Gummi. Herr H. und Sebastian (der wohnt auch in der Villa) stehen an der Strecke. Die sind ja bereits nach 1.30 Std. am Ziel. Dann habe auch ich es geschafft!!!

Im Zielbereich gibt es ein Finisher-Zertifikat und noch ne Flasche Wasser. Sebastian hat die Kamera mit. Somit haben wir dann noch ein Bild von uns dreien. Und relativ schnell geht es dann schon wieder zurück, so dass wir gegen 9.30 Uhr geduscht am Frühstückstisch sitzen. Das wird ein ruhiger Tag.

Wir stehen um 5.30 Uhr auf. Der Minibus kommt, um uns abzuholen. Dann tuckern wir auf einem Boot auf dem Tonle Sap Richtung Battambang. So einfach haben wir uns den ja Kahn nicht vorgestellt. Zweierreihe, leicht gepolsterte Holzbänke. Laut. Herr H. ist mit der Kamera oben aufs Boot geklettert. Es ist sehr schön hier. Auf jeden Fall ein Highlight. Wir passieren immer mal wieder kleine Dörfer. Von überall her winken die Kinder uns zu. Dann beginnen die Mangroven. Und Wasserpflanzen schwanken in großen, grünen Teppichen über das Wasser. Dann wird es plötzlich ziemlich eng. Das Boot tuckert durch einen Mangrovenkanal, so dass wir uns vor zurückschlagenden Ästen in Sicherheit bringen müssen. Als uns ein kleines Fischerboot entgegen kommt, wird es eng. Aber zum Glück hat ja auch ein Boot eine ordentliche Tröte, um sich rechtzeitig bemerkbar zu machen.

Nach 4 Std. gibt es eine kleine Pause an einem der Hausboote. Eine Art schwimmender Supermarkt. Die Boote, mit ihren riesigen, ausladenden Netzen verschwinden und es tauchen kleinere Boote auf, die ihre Netze im Wasser auslegen. Als Schwimmer für die Netze dienen leere Plastikflaschen. Der ganze Fluss wimmelt von Flaschen - hübsch aufgereiht. Unser Boot muss im Slalom drum herum fahren. Kurz bevor wir am Ziel sind, geht der Motor aus und alle hoffen, dass es nichts Ernstes ist. Nach 5 Minuten geht es aber schon weiter. Die Fahrt dauert über 7 Stunden. An der Anlegestelle lassen wir uns ins Hotel Royal bringen. Ein Zimmer mit Ventilator für 8$. Nach einem kleinen Snack besorgen wir uns gleich die Bustickets zurück nach Phnom Penh. Um 21.00 machen wir das Licht aus.

Bevor wir heute Morgen losziehen, um zu frühstücken, merkt Herr H., dass seine Sonnenbrille weg ist. Wir vermuten, dass sie im Restaurant aus der Tasche gefallen ist. Also gehen wir hin und tatsächlich - man hat die Brille gefunden. Glück gehabt! Wir ziehen durch die Stadt und machen Fotos, von den sicher ehemals sehr schönen Häusern im Kolonialstil. Im Hotel nehmen wir uns zwei Motorradtaxis und lassen uns zum Bamboo Trail, fahren.
Die beiden Fahrer erklären uns dies und das und halten an, damit wir Fotos machen können - an einer Hängebrücke, oder einem muslimischen Dorf. Dann geht es mit der Bamboo Bahn auf die 12 km Reise. Das ist ganz witzig. Man sitzt auf einer Matte über den Bambuslatten und hüpft über die krummen Schienen, die nicht immer so recht zusammen passen. Nach 6 km kommt eine Brücke. Dort beobachten wir ein paar Fischer, die im Wasser stehend ihre Netze auswerfen. Dann rattern wir wieder zurück.
Als wir gerade absteigen, kommen ein paar Mönche auf den Schienen entlang gelaufen, die dann alle auf den Norry steigen und davon fahren.
Battambang! Wir sind uns einig, dass das schönste an der Stadt eigentlich der Weg auf dem Boot dorthin ist. Mal abgesehen von der Bambus Bahn gibt es hier nämlich nichts.

Sobald es dunkel wird, werden hier die Bürgersteige hochgeklappt. Wir gehen zum „Bäcker“ und holen uns was leckeres. Im Sunrise Café, gleich hier um die Ecke, gibt es dazu einen großen Milchkaffee. Der Blick aus dem Fenster des Hotels erinnert eher an Marrakesch. Wäre nicht seit über einer halben Stunde diese asiatische Bimmel-Singsang-Musik da draußen... Zum Glück ist es Nachts ruhig und wir schlafen in unseren brettharten Betten mit den Backsteinkissen recht gut.

5,5 Stunden kambodschanische Comedy sind wie 5,5 Stunden Schreikrampf.
Das ist nicht Humor, das ist Horror. Der Bus nach P.P. fährt um 8.00 Uhr. Dann hält er jede Stunde an, die Glotze läuft die ganze Zeit und ordentlich gehupt wird auch. Außerdem ist es total eng hier drin.
Als wir dann in P.P. ankommen, müssen wir mit dem TukTuk Richtung Innenstadt. Der Fahrer baut dann einen Quasiunfall, was nicht unbedingt seine eigene Schuld ist. Das kommt davon wenn alle rechts und links überholen. Verkehrsregeln werden hier so gut wie nicht beachtet. Er hat einen Mopedfahrer gestreift, der plötzlich ganz heftig am Fuß blutet. Wir warten gar nicht lange und steigen in ein anderes Taxi um und fahren zum Central Market, nur um dort zu erfahren, dass der Bus vor 25 Minuten abgefahren ist. Der andere, der morgen Früh um 8.00 Uhr fährt ist bereits ausgebucht. Also können wir erst morgen Mittag nach Saigon fahren. Wo gehen wir also hin? Wieder ins Paragon Hotel. Dann erst mal in ein Restaurant. Ich esse einen Hamburger. Ich muss mal wieder was anderes essen.
Ich bin total abgenervt von der Stadt. Noch ein Tag länger hier und ich bin soweit, dass ich sofort n.H. fahren könnte. Da sitze ich doch lieber wieder hier oben in der River Lodge und trinke Mai Thai.

Selbstverständlich haben wir heute keine Lust hier durch die Stadt zu laufen. Schon beim Frühstück ist es heiß. Keine Wolke am Himmel. So legen wir uns halbnackt oben auf dem Balkon des Hotels im 4. Stock in die Sonne und lesen. Der Lärm von der Straße ist erträglich.

Der Bus fährt fast pünktlich ab und ist recht angenehm. Die Pässe sammelt der Busfahrer ein und verteilt Einreisekarten für Vietnam. An einem letzten Stopp vor der Grenze werden wir die letzten Riel los. Für ein Döschen Tigerbalsam.

Um 20.00 Uhr sind wir endlich in Saigon. Die Einreise nach Vietnam dauert fast 1 Stunde. Danach noch mal 2 Std. Fahrt. Auf ins Hotel. Wir sind im 4. Stock. Für 12$ die Nacht. Das Zimmer ist klein, aber o.k. Auch das Bad. Alles relativ neu.

Und gleich ziehen wir wieder los, um was zu essen. Was für ein Unterschied zu Kambodscha. Eine Großstadt eben. Schon beim Reinfahren – Hochhäuser, Hotels, Bürogebäude, Kaufhäuser und Neonreklame. Auf den großen Straßen fahren die Mopeds rechts. Extra Spur. Helmpflicht. TukTuks gibt es hier keine. Nur Taxis. Gehupt wird auch, hält sicher noch in Grenzen.
Mein Essen ist ziemlich scharf (war ja auch Thaicurry...). Geld holen wir auch gleich. 2 Millionen Dong! Endlich Millionär. Sind aber nur etwa 80 Euro.

Wenn nicht irgendwo gehupt wird, gibt es eine Baustelle oder es läuft laute Musik. Ich dachte noch, na, ist ja gar nicht so laut hier. Ich nehme alles zurück. Heute auf unserem Erkundungsspaziergang geht mir der Lärm tierisch auf den Senkel. Wir sehen uns „Notre Dame“, die Post und das Rathaus an. Sehr schön. Danach brauchen wir ungefähr eine Stunde, um eine bestimmte Pagode zu finden. Ein Haufen Schutt und Zementsäcke im Hof, tote Fische im Teich und die Schildkröten tümpelten nur so in einem elenden Becken rum. Hm!

Ist die Welt nicht klein? Wir sitzen nach dem Essen noch vor einer Bar und trinken Saigonbeer. Wer läuft da an uns vorbei? Sebastian. Der kommt gerade aus Seanoukville und fliegt heute Abend von Saigon wieder heim. Er erzählt uns, das man versucht hat, ihm die Tasche zu klauen, während er auf dem Rad saß (Motoraddiebe), dabei haben sie ihn vom Rad gerissen. Er ist er auf die Schulter gestürzt und musste sich röntgen lassen. Was für eine üble Sache. Das braucht kein Mensch. Wir trinken noch zusammen ein Bier und verabschieden uns mal wieder.


Kommentare:

  1. ich hab ja erstmal nur bilder geguckt - die sind großartig! durch meine besuche in indien und china, kann ich mir einen teil, den du schreibst und den ich gerade überflogen habe, bestens vorstellen! sehr spannend, dir hier zu folgen!

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  2. Tolle Bilder!
    Und ein ehrlicher Text :) Danke fürs Erzählen
    Ganz ehrlich- wäre kein Reiseland für mich...

    Liebe Grüße
    aus dem schmuddelwintergrauen Flensburg

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  3. In deinen Reisebericht bin ich richtig eingetaucht und versunken ... toll!
    Krass finde ich ja, dass ihr am anderen Ende der Welt einen Halbmarathon durchgezogen habt. Respekt!
    Nö ehrlich, Asien ist nicht so mein bevorzugtes Reiseland, aber gerade deswegen lese ich sehr gerne Reiseberichte darüber. Vor allem wenn sie so gut geschrieben sind wie deiner.
    LG vonKarin

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