Freitag, 2. Januar 2015

Indochina | Reisetagebuch Teil 3

Auf geht's zum letzten Teil unserer Reise. So langsam wird es wieder etwas entspannter. Auch wenn es am Ende noch mal kurz ein wenig Stress gibt...

Nach unseren Buchungen fahren wir zum Mausoleum und zum Ho Chi Minh Museum. Natürlich zu spät. Hat schon zu und macht erst um 14.00 Uhr wieder auf. Die Zeit haben wir aber nicht, da um 14.45 Uhr die Vorstellung im Puppentheater beginnt. Mausoleum hat auch nicht auf. Also gehen wir in den Literaturtempel. Das ist eine nette Anlage. Nicht ruhig, da der Verkehr drumherum fährt, aber trotzdem ganz schön. Danach schaffen wir es herade noch rechtzeitig zum Theater, was uns auch ganz gut gefällt. Muss man einfach mal gesehen haben.

Kaum 1. Std. gefahren, schon stehen wir wieder. Der Bus hat einen Platten. Das Wetter ist gar nicht so schlecht. Schatten unter den Autos. Das bedeutet Sonne. Später auf dem Touridampfer tuckern wir durch die Halong Bucht. Überall große Holzkähne mit Touristen. Von den Felsen da draußen sieht man leider nicht wirklich viel. Es ist ziemlich diesig. Eine einzige graue Suppe. Hin und wieder weht mir ein Duft von Fischsoße entgegen. Vielleicht sind es aber auch die alten Stinkesocken, die hier rumliegen.



In so einer Art Bucht machen wir Halt, und gehen zum Eingang einer großen Tropfsteinhöhle. „Amazing Cave“. Erstaunliche Formationen. Toll ausgeleuchtet. Wie immer ist die Zeit zu kurz. Dann gibt es noch eine Überraschung. Wir können einen kleinen Ausflug in einem Zweierkajak machen. Für mich das erste Mal in so einem Ding. Macht echt Spaß.

Jetzt tuckern wir wieder zurück. Wirklich schade, dass wir gerade hier keine Sonne haben. Das muss gigantisch schön aussehen, selbst wenn es nicht so überlaufen ist. Aber alles in allem hat es sich gelohnt.
Der Bus spuckt uns am See in der Nähe des Theaters aus. Weiter käme er auch gar nicht. Die Stadt um den See herum ist komplett dicht. Blumenfest. (Für uns ist heute Silvester) Es scheint, als sei die ganze Stadt unterwegs. Rund um den See sind Blumenarrangements aufgebaut, alles ist beleuchtet, so bunt wie es nur geht. Menschenmassen schieben sich um den See, picknicken auf der Wiese, verkaufen Süßes und Scharfes und versuchen auch noch einem im Gedränge Geld und Kamera zu klauen. Fast ist sie weg gewesen, die Kamera. Sie hängt bereits halb aus der Tasche, als ich es bemerke. Bloß raus aus dem Gedränge. Nicht so einfach, weil natürlich auch die Mopeds noch unterwegs sind und versuchen sich durch die Menschmassen zu schieben. Die Gehsteige sind zugeparkt. Hölle. Es dauert ewig bis wir ein Restaurant finden.  Das Curry kann ich nicht essen. Der Wein ist erträglich. Mit Chips und Bonbons halten wir es bis 24.00 Uhr durch und schlafen gut ins neue Jahr.

Nach dem Frühstück, marschieren wir zum Mausoleum. Auf diese grandiose Idee ist allerdings heute ganz Hanoi gekommen. Zig Tausende schieben sich an der einbalsamierten Leiche von Ho Chi Minh vorbei. Geht alles Ratz-Fatz, ohne Rangelei. So schieben auch wir uns dann nach ein paar Sicherheitskontrollen an Onkel Ho vorbei. Ziemlich gruselig. Das Museum und das Wohnhaus schenken wir uns und gehen Richtung Sankt Joseph Church. Die Straße ist mal ganz entspannend. In der Nähe des Sees kaufen wir uns 2 Fototaschen und trinken nun einen Shake im wohl am schwierigsten, auffindbaren Café Vietnams. 3 Stockwerke hoch mit Blick auf den See. Nur erreichbar durch eine Bildergalerie auf der Rückseite der Straße. Ein Geheimtipp.



Endlich am Flughafen. Wird Zeit, weiter zu ziehen. Laos. Wenn der erste Eindruck nicht trügt, werden wir uns hier viel wohler fühlen. Die erste Überraschung ist schon mal, dass wir auf dem 1 Std. Flug etwas zu Essen bekommen. Das ist das beste Essen, dass ich je in einem Flieger gegessen habe. Zwar kalt, aber scharf und lecker. Visa am Schalter in Laos ist auch kein Problem. Vom Flughafen aus fahren wir zu fünft mit einem Taxi in die Stadt. Auf zur Suche für ein Guesthouse. „Sorry, we are full“. Und das bei mindesten 5 Häusern. Jetzt haben wir das letzte Zimmer in einer großen Anlage für stolze 50$ bekommen, was wir ziemlich teuer finden, auch wenn es mit Frühstück ist. Die Besitzerin ist auf jeden Fall sehr freundlich und bemüht. Wir ziehen dann auch gleich mit einem Plan von ihr wieder los, um Geld zu holen. Wieder eine neue Währung. Kip. Für 7.000 Kip ein Küchlein, für 15.000 Kip ein super leckeres Sandwich. Das erste Mal im Urlaub, (außer n Thailand) dass wir etwas an der Straße essen. Über den Nachtmarkt huschen wir erst mal so drüber. Ich fürchte hier werde ich ein paar Kips lassen müssen. Am Mekong trinken wir dann unser erstes Lao Beer. Leider vergessen wir, dass die Flaschen so groß sind. Eine hätte auch gereicht. Aber das tollste ist: 1. kaum Verkehr und 2. es hupt auch keiner. Ein Traum. Alles wird gut.

Nach dem Frühstück gehen wir gleich los auf die Suche nach einer neuen Bleibe. Für 35$ haben wir nun ein neues Zimmer. Eine kleine, gemütliche Holzkiste im Erdgeschoss. Wir laufen ein wenig rum. Ganz nette Läden. Die Preise sind leider extrem abgehoben. Es gibt auch viele nette Restaurants in der langen Hauptstraße, so dass wir erst mal einen leckeren Kaffee trinken und dazu ein Elefantenohr (Mürbeteig mit ganz viel Zucker und Zimt) essen. Dann gehen wir kurz ins Internet wegen der Buchung des Gibbon Projektes. Allerdings ist der Preis von 320 € doch ein bisschen heftig für 2 Tage. Und das Wetter auch nicht so supertoll. Daher canceln wir das Ganze.
Ich bin im Night-Market-Shopping-Paradies. Bin bei 7 Schals angelangt. Auch das Essen ist superlecker. Hinterher machen wir ein paar Fotos auf dem Markt, trinken noch einen Kaffee, essen was Süßes. Dann ab ins nächste Restaurant.

Heute Morgen stehen wir um 6.10 Uhr auf, um uns die Mönchsspeisungen anzusehen. Die Gläubigen sitzen am Straßenrand und die Mönche ziehen vorbei und bekommen ihren Reis. Es ist noch nicht richtig hell, aber schon ziemlich viel los. Eigentlich ziemlich blöd, wie die Touristen da rum springen und dieses morgendliche Ritual mit ihrer Knipserei stören. Dann gehen wir zurück zum Guesthouse, ziehen uns die Laufsachen an und gehen eine Runde joggen. 25 Minuten die Straße rauf und runter und zurück zum Frühstück ins Guesthouse.
Dann auf ins Museum - dem früheren Königspalast. Wir sind früh und es ist noch nicht viel los. Zudem gibt es noch zwei Ausstellungen. Die Eine „The floating Buddha“ mit schwarz-weiß Fotos ist ganz schön. Weiter geht‘s zum That Phousi. 225 Stufen hoch. Man hat eine tolle Aussicht von da oben auf die Stadt und den Mekong. Wir gehen auf der anderen Seite wieder runter, was ein Glück ist, sonst hätten wir die tollen Buddhafiguren gar nicht gesehen. Und jetzt eine Pause in unserem skandinavischen Stammcafé. Bei Café Latte und süßen Teilchen.

Um 13.00 Uhr geht es mit 10 Leuten im TukTuk Richtung Wasserfall Kuang Si. Dort können wir rum laufen bis 16.20 Uhr. Es gibt einen schönen Weg durch den Wald. Mit dem Wetter haben wir Glück. Die Sonne scheint, was natürlich die kaskadenartigen Wasserfälle viel besser zur Geltung bringt. Ins Wasser gehen wir nicht. Wir laufen hoch, bis zum eigentlichen Wasserfall, schauen ein wenig den Wasserspringern zu und machen zig Bilder. Dann gemütlich wieder zurück und mit dem TukTuk heim.

Schließlich zum x-ten Mal über den Markt. Heute ohne was zu kaufen! In unserer Holzkiste bekommt man richtiges Skihüttenfeeling, da auch die Betten so kuschelig schwer und dick sind.

Herr H. ist bereits seit um 6.20 Uhr unterwegs, um Mönche zu fotografieren. Ich bleibe lieber noch ein Weilchen liegen. Nachdem wir Mountainbikes haben für 50.000 Kip am Tag (p.P.) radeln wir dann später  los. Laut Reiseführer 24 km. Allerdings auf dem Mekong. Auf der Straße ist es eindeutig weiter. Erst mal etwas über 20 km auf der Straße, dann 11 km durch die Pampa. Felsig und hügelig. Tiefe Fahrspuren aus angetrockneten Schlamm. Zweimal muss ich absteigen. Damit haben wir nicht gerechnet. Das ist wirklich anstrengend. Mit einem Boot fahren wir dann über den Mekong und besuchen die TamTing Höhle. Die ist nicht sehr groß, aber ganz interessant. Mit 4000 kleinen Buddhafiguren. Mit dem Boot wieder zurück ans andere Ufer. Und nun endlich eine Pause. Wir stärken uns für den Rückweg. Der Fluss sieht hier gar nicht so schön aus, aber die Landschaft drumherum ist fantastisch.

Bei allen Göttern, die irgendwem heilig sind. Das ist eindeutig zu viel heute. Der Heimweg mit dem Rad zieht sich. Der Hintern tut weh und die Hände brennen. Ich weiß gar nicht mehr, wie ich den Lenker halten soll. Und dazu die sengende Sonne und nicht eingecremt. Gegen 16.15 Uhr sind wir zurück und geben die Räder gleich wieder ab. Noch mal kurz ins Café und zurück ins Bett! Es fällt mir sehr schwer wieder aufzustehen und zu duschen und dann auch noch draußen rum zulaufen. Hunger habe ich keinen. Ich schlurfe müde über den Markt. Mir tut alles weh und ich weiß später nicht, wie ich mich hinlegen soll, um meinen geschundenen Körper zu entspannen.

Dass es mir heute Morgen wirklich besser geht, kann ich nicht behaupten. Die Gliederschmerzen sind zwar weg, aber ich fühle mich matschig, da ich nicht richtig geschlafen habe. Am meisten Sorgen machen mir meine Halsschmerzen. Das Wetter ist heute neblig, feucht und frisch.

Der letzte Abend in Luang Prabang. Alle Schals gekauft, E-Mails geschrieben und eine bessere Zahnpasta gekauft. (Die erste sah aus wie uralte Waschpaste und hat auch so geschmeckt). Wir trinken Lao Bier und Wein.

Heute Nacht schlafen wir beide schlecht. In der Nachbarschaft läuft die ganze Nacht eine Pumpe. Nun sind wir am Pier. Die Tickets nach Prabang haben wir gekauft und schauen, ob wir noch was zu Essen für die Fahrt auftreiben können. 9 Stunden auf dem Boot liegen vor uns.

Um 9.00 Uhr geht‘s los. Die „Kirchenbänke“ sind alles andere als bequem. Die 1. Klasse (?) sitzt auf gepolsterten Sitzen, dann kommen die Monsterbänke, auf denen wir sitzen, und dann noch einfachere Holzbänke. Wir drehen die Bank zur Reling, damit wir in der Sonne sitzen und die Landschaft beobachten können. Es ist immer noch hügelig, aber nicht mehr so dschungelig.
Als die Sonne so gegen 16.00 Uhr hinter den Hügeln verschwindet, wird es frisch und wir ziehen alle wieder unsere Jacken an. Die Fahrt ist ganz nett. Wir sitzen bei einem Pärchen aus Stuttgart. Die sind nun auch im gleichen Guesthouse und wir gehen gemeinsam zum Essen. Morgen fahren wir zusammen weiter nach Huayxai zur Grenze. Draußen dröhnt noch der eine oder andere Generator. Ab 22.00 Uhr soll es hier dunkel werden. Ich will es hoffen. Kein Strom. Kein Lärm.

Heute Morgen um 6.30 Uhr gibt es noch kein Licht, aber wir haben ja eine Taschenlampe dabei. Es ist alles schnell zusammengepackt. Frühstück kommt etwas spät. Herr H. und Ines holen die Tickets. Schnell noch ein paar Kleinigkeiten für die Tour kaufen und rauf aufs Boot. Diesmal gibt es nur die einfache Holzklasse. Wir stellen uns jeweils zwei Bänke zusammen. 9 Std. auf diesem Ding! Weiß man schon am Anfang nicht, wie man sitzen soll, ist es nach 5,5 Std. noch schwieriger. Das Steißbein brennt, die Arschbacken glühen. Ich kämpfe um jeden Zentimeter Sonne, der ins Boot fällt, bevor die große Frische einsetzt. Die Landschaft verändert sich quasi seit 13 Std. nicht wesentlich. Hügel links und rechts und hin und wieder ein kleines Dorf.

Nun sind die Hügel in die Weite entrückt und wir noch längst nicht da. Der Mekong ist hier oben viel breiter und ruhiger. Keine Felsen mehr am Ufer. Keine Sandbänke. Hier sind zwei Münchner auf dem Boot, die Halstabletten mit Antibiotika für mich haben.

Dadurch, dass die Hügel nun viel weiter weg sind, ist auch die Sonne bis zuletzt da und wir frieren auf dem Boot nicht so arg wie gestern. Um 17.50 Uhr „landen“ wir und suchen erst mal ein Internetcafé.

Da sitzen wir wieder. Auf dem Steißbein. In einem völlig überfüllten, dreckigen Minibus auf dem Weg nach Luang Nam Tha. Die Zeitangaben über die Dauer der Fahrt schwanken zwischen 2,5 und 9 Stunden! Da sind wir aber mal gespannt. Ines und Falko, sind auch wieder dabei. Meinen Halsschmerzen geht es wirklich besser und geschlafen habe ich auch gut.
Um 8.50 Uhr, erster Halt. Allgemeine Rotz- und Kotzpause. Ein Reifen ist platt! Alle steigen aus und kotzen erst mal... Das ist echt eine elende Fahrt. So was haben wir auch noch nicht erlebt. Vertragen die Laoten keine Busfahrten?

Nach viel rum gerotze und ein- und aussteigen, einer weiteren TukTuk-Fahrt in die eigentliche Stadt, sind wir jetzt wieder in einem Guesthouse. Nach 5 Std. Jetzt schauen wir erst mal, wie es weitergeht.

Wir buchen für morgen Früh zusammen mit Ines und Falko eine 2-Tages-Trekkingtour, den Ban Nalam Trail. Ein bisschen laufen tut mal wieder ganz gut nach der vielen Sitzerei. Das Wetter bleibt hoffentlich so, dann wäre es perfekt. Wir gehen noch über den Markt, machen Fotos und treffen wir uns zum gemeinsamen Essen.

Some kind of Trekking-Tour! Mit dem TukTuk geht es erst mal ein paar Kilometer aus der Stadt raus. Mit Zwischenstopp zum Wasserholen und Einkauf auf dem Markt. Dann geht‘s los. Im Affentempo den Berg hinauf. Immer nur rauf. Sehen kann man nicht sehr viel, wegen der Bäume. Das Wetter ist heute leider auch nicht mehr so gut. Gestern keine Wolke, heute eine komplette Wolkendecke.

Zwischendrin ein paar Päuschen zum Klamottenabwerfen oder pieseln, bis es dann gegen 12.00 Uhr Essen gibt. Das ist das bisherige Highlight der Tour. In einer offen Hütte auf Stelzen mitten im Urwald. Das ganze, kalte Essen wird auf Bananenblättern ausgelegt. Jeder bekommt dazu noch einen Klumpen Sticky Rice. Im Dschungel isst man mit den Fingern. Ist sehr lecker, auch wenn es nicht so aussieht :)

Unser Guide ist nicht so der Brüller. Seine Antworten auf diverse Fragen beginnen immer mit „some kind of...“ na so schlau sind wir auch. Das ist so eine Art Frucht, das ist so eine Art Baum... aha. Nach dem Essen geht es wieder weiter bergauf. Nach einer Pause und dann nur noch bergab. Nun sind wir in dem Dorf „Ban Nalam“, in dem wir übernachten. Die Hütte haben wir bereits bezogen. Bett ist gemacht. Moskitonetz gespannt. Es ist zwar noch nicht dunkel, aber man bekommt schon eine Ahnung, wie es hier Nachts zugeht. Am Fluss quaken die Frösche. Es ist Zeit für‘s Dinner. Es sind nur Kinder und Alte im Dorf. Der Rest ist zu einem Fest in die Stadt.

Wir nehmen unser Essen im Kochhaus ein. Diesmal am Tisch. Gedeckt mit Bananenblättern. Suppe mit Bambus und Chicken. Scharfe Tomatensoße. Fleisch mit Koriander, Gemüse und Klebereis. Dann müssen alle noch 2 Schnaps runter schütten und anschließend große Befragung des Chefs vom Village. Unser Guide übersetzt. Der Boss muss dann aber weg, weil er ist sehr „busy“! Jetzt liegen wir hier unter dem Moskitonetz und ich hoffe, ich muss heute Nacht nicht raus...

Das Aufstehen ist heute morgen niemandem schwer gefallen, nach der langen Zeit, die wir in unseren Lagern verbracht haben. Um 8.00 Uhr gibt es Frühstück. Omelette mit Tomaten, Pumpkin und Klebereis. Dazu Pfefferminztee. So viel Reis kann keiner Essen. Daher verfüttern wir einen Teil heimlich an die ausgemerkelten Hunde. Um 8.30 Uhr geht es auf Tour. Der Weg am Fluss entlang ist ganz o.k. – schön flach. Bis ins nächste Dorf. Aber dann geht es irgendwann doch wieder hoch und zwar heftig. Die Taschen schwer mit Bananen und Wasser. Teilweise geht es durch einen Bach. Also auf Steinen balancieren und aufpassen, dass die Füße nicht nass werden. Um uns herum der Dschungel. Riesige Bäume, deren Namen der Guide aber nicht weiß. Some kind of big trees. Bananen, Bambus und Farne.

Das ist heute schon eher Trekking, außerdem scheint auch wieder die Sonne. Ein ziemliches Geschnaufe, bis wir endlich am Platz für unseren Lunch ankommen. Der ist leider dieses Mal nicht so schön. Keine Aussicht und nichts zum draufsitzen. Außer großen Blättern. Das Essen wird ausgebreitet. Es gibt Ei mit Tomaten und Kohl, Bambusspitzen, eine scharfe Gingersauce und Fleisch. Und selbstverständlich Reis. Also den können wir jetzt gerade mal alle nicht mehr sehen. Nach dem Essen geht es nur noch runter. Noch mal durch ein kleines Dorf, wo wir zusehen, wie ein Haus neu gedeckt wird. Wir machen ein paar Fotos und dann geht es rauf zur Straße, wo bereits per Handy das georderte TukTuk steht. Dort gibt es auch noch das versprochene Handycraft-Geschenk. Für jeden eine kleine handgenähte und handbestickte Tasche. Alles in allem ist die Tour jetzt nichts Besonderes. Auf den Wegen sieht man kaum etwas außer Wald und der Guide hat herzlich wenig zu erzählen. Schließlich rast man auch noch wie blöd durch den Wald. Wir sind auch ständig zu früh an den vorgesehenen Orten. Aber trotzdem war es irgendwie nett. Morgen geht es erst mal wieder zurück nach Huayxai und dann über die Grenze nach Thailand. Endlich! Ich habe nun keine Lust mehr auf rumlaufen, auf Bus- oder Bootsfahrten Ich will nur noch ans Meer.

Ein letztes gemeinsames Essen mit Ines und Falko. Die beiden reisen morgen Früh in eine andere Richtung weiter, während wir um 8.30 Uhr zurück zur Grenze fahren. Hier in Luang Nam Tha gibt heute Abend Feuerwerk. Eine Entschädigung für den fehlenden Silvesterabend.

Brrr! Ist das kalt heute Morgen. Wir sind früh beim Frühstück und somit auch früh an der Busstation.
Die Busfahrt dauert knapp 4 Std. und zwar ohne Zwischenfälle. Dann zum Fährboot, bzw. zum Ausreiseschalter in Laos und Tickets fürs Boot holen. Das geht alles ziemlich flott. Die Überfahrt dauert keine 5 Minuten. Dann wieder Einreise nach Thailand und zur Busstation. Der Bus nach Bangkok geht leider erst um 16.00 Uhr. Die Fahrt wird ca. 12 Std. dauern. Das wird noch mal Horror, aber dann haben wir es geschafft.

Moloch Bangkok. Nach 13 Std. Busfahrt. Jede Faser meines Körpers schmerzt. Die Tickets nach Trat haben wir bereits. Noch mal 5 Std. Fahrt!!! Dann auf die Fähre. Jetzt aber erst mal einen heißen, süßen Kaffee von 7Eleven.

22 Stunden Bus, diverse Pausen und TukTukfahrten liegen hinter uns und nun haben wir es endlich geschafft. Aber wie sind wir bloß auf die Idee gekommen, es könne hier jetzt leerer sein? Es ist viel voller, als im November. Wir sind froh, dass wir noch eine Hütte bekommen. Das Bad an der Hütte ist ganz nett. Geht eine Treppe runter in einen kleinen Anbau, wo es ein großes Becken gibt und auch ansonsten viele Haken und Ablagen! Herr H. schnappt sich gerade seine Schwimmbrille und krault ein paar Meter. Ich muss mir unbedingt noch was zum Lesen besorgen. Wir sind schließlich noch ein paar Tage hier.
Das erste Curry ist nieder gemacht. Lecker! Und der Tag am Strand neigt sich dem Ende zu. Herr H. trinkt noch ein Bierchen. Wir merken, dass wir beide noch ziemlich müde sind von der Reise hierher.

Schon joggen gewesen (40 Min.) und nun beim allerbesten Frühstück. Dem großen Müslitopf mit frischen Früchten und Joghurt. Dazu Milchkaffee. Lecker! Das Wetter ist gut, noch nicht zu heiß. Und im Bücherregal im Restaurant finde ich auch ein neues Buch. Jetzt beginnt die Enderholung.
In der Sonne liegen, mal was trinken gehen, wieder in der Sonne liegen, dann im Schatten und wieder in der Sonne. Wir essen zur Abwechslung abends an der Straße. Die Kneipe ist rappelvoll. Monoblocks. Bahnhofsatmosphäre. Aber das Essen ist ziemlich gut.

Herr H. geht laufen. Ich mache Pause. May be tomorrow. Die ganze Nacht bläst draußen ein Mordswind. Es ist keine Wolke am Himmel, so wie gestern auch den ganzen Tag. Aber es ist frisch. Jeder sagt, es sei ungewöhnlich kalt. Wenn es so bleibt wie gestern wäre das vollkommen o.k. für uns.

Heute gönne ich mir eine Thaimassage. Wir essen im „Pen‘s“, da wo man auf dem Boden sitzt. Dann ab ins Bett und lesen. Oh, oh, ich habe gerade ein Moskito gehört. Das erste Mal hier drin. Die müssen wir finden...

Was man hier als so traumhaft und romantisch empfindet, wird mir heute Morgen 50 Meter vor der Hütte zum Verhängnis. Die Bäume am Strand, die ihre Äste Richtung Meer neigen. Um keine nassen Füße zu bekommen laufe ich auf dem Rückweg vom Joggen etwas weiter oben. Ich habe meine rote Kappe auf, wie immer, und sehe daher den Ast nicht, der genau auf Augenhöhe in der Luft hängt. Den ramme ich mir direkt ins linke Auge und gehe erst mal in die Knie. Jetzt habe ich ein dickes Auge und könnte eine von diesen modischen Riesenbrillen gebrauchen. Das wird ein ordentliches Veilchen. Sieht jetzt schon aus, als hätte ich eins drauf gekriegt.

Oh Mann, seh‘ ich aus. Hier im Bungalow, bei dem warmen Licht sieht man das gar nicht so genau, aber im 7Eleven, beim harten Schein der Neonlampe – ui, ui! Weh tut‘s auch. Mal gespannt, wie das morgen aussieht?

Mein Auge sieht heute noch schlimmer aus. Total geschwollen. Die Idee mit der großen Brille ist vielleicht gar nicht so verkehrt. Nachdem wir bis um 15.00 Uhr in der Sonne liegen, fahren wir nach dem Duschen mit dem Taxi nach „Bang Bao“ ans andere Ende der Insel. Das erste Mal, dass wir White Sands verlassen. Der Ort ist ganz nett. Mit einem kleinen Leuchtturm. Das ganze in einer Bucht und auf Stelzen. Man läuft auf Stegen entlang. Rechts und links Shops. An einem CD-Stand bekommen wir 6 CD‘s zum Preis von 5. Leider habe ich fürchterliches Kopfweh. Vielleicht von dem Schlag? Wir bleiben auch gar nicht so lange und fahren mit dem Taxi wieder zurück.

Essen am Strand. In der Zwischenzeit bekommen wir in der Hütte frische Wäsche und die Bude wird gereinigt. Jetzt trinkt Herr H. noch sein Bierchen und ich liege bereits mit einer Aspirin im Bett. Mein Auge ist nicht mehr so dick, aber dafür wird es bunt.

Heute Morgen frieren wir nicht in unseren Betten. Es geht auch kein Wind mehr. Nach dem Frühstück, als ich mich auf den Weg zur Shoppingmeile mache, lockert der Himmel auf und ruckzuck ist er wieder blau. Viel finde ich auf meiner Tour ja nicht. Zumindest kann ich mal in Ruhe schauen. Winzig kleine Buddhafiguren und eine Zeitschrift sind die ganze Ausbeute von 2 Std. Im Internet noch schnell ein paar Mails beantworten und nach Hause Anweisungen gegeben, die Heizung anzuwerfen. Herr H. gönnt sich heute noch mal eine Massage und ich lasse mir die Fußnägel lackieren. Man gönnt sich ja sonst nix. Nach Shoppen und Pediküre gehe nun ich auch noch zum Friseur. Ein wenig den Schnitt korrigieren. Beim Haarewaschen muss ich mich zusammenreißen, damit ich nicht laut loslache, so wie die mir die Haare wäscht. Will die mich in dem Becken ertränken? Aber Schneiden ist gut. Die Fönerei muss bei der Hitze allerdings nicht sein.

Gelaufen und gefrühstückt. Es ist bereits tierisch warm. Da unsere Nachbarn aus‘m Ruhrpott weg sind, haben wir uns gleich die Liege gesichert. Ansonsten keine besonderen Vorkommnisse heute. So langsam reicht‘s auch. Wird langweilig und der Eifelkrimi haut mich auch nicht vom Hocker.

Und wieder geht ein fast ereignisloser Tag zu Ende. Außer dem Üblichen, wie Frühstück und Lunch gönnen wir uns heute noch mal eine letzte Massage.

Letztes Müsli auf Kho Chang. Ich finde noch einen Thriller im Bücherbord. Jetzt kann ich im Bus den Eifelkrimi fertiglesen, damit auch Herr H. sich noch mit Siggi Baumeister vergnügen kann.

Dank an alle Götter dieses Universums. Wir sitzen sicher im Bus nach Bangkok Airport. Himmel, was für ein Mist. Wir laufen mit unseren Rucksäcken den knappen Kilometer von der Fähre zur Bushaltestelle und dort sagt man uns doch tatsächlich, der Bus sei gecancelt worden. Wir sind auch ziemlich sauer und es wird auch etwas lauter, aber der Typ lässt sich nicht drauf ein. Es sei ja nicht seine Schuld. Er habe den Bus ja nicht gecancelt. Seine Lösung für uns ist ein Taxi zur nächsten Busstation, damit wir dort den Bus um 11.30 Uhr bekommen. Das Taxi müssen wir allerdings selber bezahlen. Wie gesagt, es sei ja nicht seine Schuld. Das gibt wieder Diskussionen. Aber was bleibt uns übrig? Das Taxi kommt sehr spät. Mittlerweile ist der Bus an der anderen Busstation auch schon abgefahren. Wir also auf‘s TukTuk (kein Taxi!!!) und mit über hundert Sachen dem Bus hinterher. Ich glaube, ich sterbe. Ich kann nur noch die Augen zu machen und mich festhalten. Wir haben beide Angst. 20 Minuten lang. Dann hält das TukTuk hinter einem Bus, der extra auf uns wartet. Das ist echt knapp. Ich weiß schon warum ich lieber immer etwas zu früh bin, vor allem im Ausland, wo man in solchen Situationen immer den kürzeren zieht. Jetzt hoffen wir mal, dass alles weitere klappt und wir pünktlich zum Flughafen kommen.

Terminal E1. Nachdem wir die Rucksäcke aufgegeben haben (mittlerweile bei 18 kg angekommen), gehen wir Essen. Wir haben schließlich noch Baht zum Ausgeben. Das obligatorische Magnet für die Pinnwand finden wir auch bald. Was typisch thailändisches: Ein TukTuk.

Rechts neben mir sitzt ein schwerhöriges Irgendwas und schaut sich den letzten Blödsinn an. Herr H. sitz auf der Linken, dass heißt, ich sitze mal wieder in der Mitte. Suboptimal.

Bahrain. Nach ca. 7 Stunden unbequemem, schlaflosem Flug. Jetzt sitzen wir bei Mac Donalds und trinken Kaffee. Der Flug nach Frankfurt geht um 1.55 Uhr.

Gestartet. Gelandet. Zurück in Frankfurt. Der Flug dauert noch mal über 6 Stunden. Die Sitze sind diesmal etwas besser. Richtig voll ist die Maschine nicht. Ich bin froh, wieder hier zu sein, wie immer nach so einer langen Reise. Erst mal raus aus dem Flughafen und ab nach Hause, duschen und ins eigene Bett!