Samstag, 26. September 2015

NAMIBIA | Reisetagebuch Teil 2

Und weiter geht's mit unserer Reise. Wir treffen Freunde und fahren weiter in den Etosha N.P. zur Fotosafarie und zur Wanderung auf den Waterberg…

Noch mal ein kleiner Hinweis. Dies ist kein Reiseführer, sondern ein ganz persönliches Tagebuch. Wer Fragen hat, kann mir natürlich gerne ein Mail schicken.

Ynas reise Blog | Bulls Party

Freitag Nach dem Frühstück wandern wir vom Campingplatz aus zu Philipps Cave. Ein schöner, sehr penibel ausgeschilderter Weg. Die Grotte ist ein toller Ort mit Felsmalereien. Wir machen Fotos und nehmen den Rückweg in Angriff. Mittlerweile ist es schon wieder ziemlich warm. Als wir zurück sind, geht es zum Pool. Der einzige Platz, wo man es aushält.

Ynas Reise Blog | Amaib Ranch

Nach dem leckeren Abendessen von gestern (Chicken Masala mit Süßkartoffeln) gab es heute nur Cabanossi und saure Gurken! Hier am Pool treffen wir zwei echte Globetrotter. Ein Rentnerpärchen, die mit dem Auto von Deutschland hier heruntergefahren. Wow, was für ein Abenteuer…

Samstag Die Reise geht weiter. Wir fahren nach Omaruru. Auf dem Campingplatz werde ich gleich 3x gestochen. Dabei ist es doch noch helllichter Tag...
Es wird dämmrig und ich bin schon total zerstochen. Das kann ja heiter werden. Immerhin keine Moskitos im Zelt. Aber richtig gut schlafen können wir trotzdem nicht. Die LKW‘s von der Straße, die bellenden Hunde, Nachtgrillen, Vögel - was für ein Lärm!!!

Ynas Reise Blog | Nester der Webervögel

Sonntag Nix wie weg. 10 km vor Odjiwarongo biegen wir ab Richtung Wesrand. Ein sehr schöner Campingplatz. Jeder Platz ist anders und unserer hat eine traumhafte Aussicht auf die ganze Gegend hier. Wir sind alleine, sitzen unter einem Sonnenschirm, legen die Füße hoch und entspannen. Ein leichter Wind und ein paar Wolken sorgen für Abwechslung und Abkühlung.
Gegen Mittag ist es zwar immer noch sehr warm, aber der Himmel ist bedeckt. Der Regen zieht vorbei. Und nach stundenlangem Lesen (einen Pool gibt es hier leider nicht, nur eine blaue Badewanne mit Aussicht!) machen wir ein schönes großes Lagerfeuer. Es gibt scharfes Chakalaka mit Spaghetti. Und bei Mondlicht und Lagerfeuer trinken wir Wein und genießen einen wunderschönen Abend. Nachts machen wir die Seitenfenster in unserem Zelt auf und lassen frische Luft durch die Netze herein. Was für eine Wohltat.

Ynas Reise Blog | Wesrand Campsite
Montag Heute fahren wir nach Odjiwarongo und anschließend zum Waterberg, wo wir unsere Freunde treffen werden. Wir suchen uns auf dem Campingplatz einen Platz aus, belegen ihn mit unserem Tisch und den Stühlen, dann fahren hoch zum Pool. Kaum, dass wir 20 Minuten liegen, kommen die beiden auch schon. Das nenne ich Timing. Eine Verabredung mitten in Namibia.
Dann bauen wir unsere Sachen auf und kochen für 4! Wir waschen anschließend das Geschirr und danach gibt es erst mal kein Wasser mehr. Also nix mit duschen. Egal, trinken wir Wein und verscheuchen die Motten.

Ynas Reise Blog | Auf dem Waterberg
Dienstag Heute Morgen sorgen Baboons für Chaos und Ärger. Erst schmeißen sie die Mülltonnen um und zerfleddern den ganzen Inhalt. Beim Versuch unser Frühstück aufzutischen machen sie sich über den Tisch her. Während man versucht den Einen am Auto abzuwehren, springt der Andere auf den Frühstückstisch und klaut unsere Kiwis. Unglaublich diese Viecher. Später stellen wir fest, dass am Auto einer von ihnen unsere lecken Rusks gestohlen hat. Ich hoffe er hat eine Axt :)

Nach dem Frühstück gehts auf Tour. Wir entdecken auf einem Stein unter den Bäumen eine Schlange. Eine ziemlich große. Man muss echt aufpassen wo man hintritt. Ein bisschen klettern, ein bisschen fotografieren und ganz viel schwitzen - und dann sind wir oben. Auf dem Waterberg! So eine fantastische Aussicht von da oben über die Landschaft. Ein Päuschen, was trinken und dann geht es auch schon wieder runter. 3 Stunden dauert unsere Tour. Auf zum Pool, wo es angenehm ruhig und leer ist.

Bis zum Essen müssen wir sehr, sehr lange warten. Alle haben Hunger. Dann endlich gehen wir zum Restaurant. Wir sitzen auf der Terrasse mit herrlichem Blick und trinken eiskaltes Bier. Hm, ist das lecker. Oryx mit Pommes, Gemüse und Pfeffersoße. Zum Reinsetzen!

Ynas Reise Blog | Kudu


Mittwoch Gegen 6.00 Uhr kommen wieder die Affen und machen Rambazamba bei den Mülltonnen. Wer braucht da einen Wecker?
Wir fahren weiter nach Outjo. Zum neuen Campsite - der wegen Umbauarbeiten tagsüber etwas laut ist und der Pool kein Wasser hat...! Das geht ja mal gerade gar nicht. Pool muss sein. Die Lady ist aber sehr nett und ruft für uns in einer anderen Unterkunft an. Und da sind wir jetzt. Haben Internet und Pool und liegen gemütlich im Schatten unter den Bäumen. Mit einem Bierchen beenden wir den Pooltag, duschen und dann gibt‘s Essen. Kudu - auch lecker.

Donnerstag Nach ausgiebigem Frühstück machen uns auf die 114 km Tour zum ersten Camp in der Etosha. Und kaum sind wir durch das Gate gefahren, sehen wir auch schon Impalas, Giraffen und einen einsamen Strauß. Der Campingplatz ist staubig und es ist heiß. Schatten gibt es kaum. Aber am Pool gibt es schattige Plätzchen. Denn nur mit Pool ist cool :)
Abends grillen wir und schlendern so gegen 22.00 Uhr zum Wasserloch. Es traut sich tatsächlich noch ein Nashorn in die Nähe des Wassers. Danach fallen wir todmüde in unsere Zelte.

Ynas Reise Blog | Etosha
Freitag Um 6.00 Uhr stehen wir auf. Wir fahren über 3 Stunden durch den Park, aber die Ausbeute ist eher mager. Springböcke, Oryxe, 3 Giraffen, Zebras und ein paar Trappen. Da war die tote Giraffe ja heute noch das spannendste - auch wenn sie gestunken hat, wie die Pest.
Auch bei der späteren Fahrt ist es sehr dürftig mit den Tieren. An dem tollen Wasserloch am Olifantspad ist immerhin eine große Herde Impalas. Auf der gesamten Strecke gibt es viele Pfützen, also Wasserstellen an jeder Ecke. Da brauchen die Tiere nicht extra zu den Wasserlöchern zu kommen.

Ynas Reise Blog | Giraffen in der Etosha
Samstag Auf ins nächste Camp. Halali Restcamp! Nachdem es letzte Nacht trocken war, werden wir nun auf der Strecke mit einem heftigen Regenschauer überrascht. Das Tieraufgebot ist heute Morgen etwas besser, die Wasserlöcher sind trotzdem wie ausgestorben. An einer Pfütze sehen wir dann auch endlich mal einen Elefanten. Und nachdem die anderen Autos alle weg sind, kommt er sogar auf die Straße und nimmt noch einen kräftigen Schluck aus der Pfütze.

Ynas Reise Blog | Etosha N.P. | Springbock | Zebras | Elefant

In Halali checken wir ein und legen uns erst mal an den Pool. Gegen 16.00 Uhr fahren wir wieder los. Dieses Mal etwas erfolgreicher. Ein Nashorn, Hartebeasts und kurz vor dem Camp noch mal unglaublich viele Giraffen, direkt an der Straße. Die letzten Kilometer sind sehr anstrengend, alle 100 Meter sind Pfützen und tiefe Löcher in der Straße. Auf dem Camp hat es in der Zwischenzeit noch mal so richtig geregnet. Wir bauen schnell unser Dachzelt auf und springen unter die Dusche. Für 19.30 Uhr haben wir im Restaurant einen Tisch reserviert.

Sonntag Der Morgen fängt verregnet an. Der erste Teil der heutigen Tour ist relativ tierbefreit :( Auch auf dem Rhino-Drive sehen wir nichts. Erst später ein paar Impalas, ein paar Gnus, Impalas, und Impalas, hm!

Ynas Reise Blog | Etosha N.P. | regenschauer auf dem Campsite
Also belegen wir den riesigen Campsiteplatz im Namotoni Restcamp. Der Rasenplatz ist sehr schön und die Duschen sind auch nicht weit. Jetzt liegen wir am Pool im Schatten der Bäume. Der ganze Tag ist wunderbar sonnig mit schönen, weißen Wolken. Gegen Abend zieht es aber wieder ordentlich zu. Oh, oh! Essen können wir noch, dann geht es richtig los. Donner, Blitze, Regen - aber so was von heftig. Und es schüttet die ganze Nacht durch...

Montag Der Platz ist heute Morgen ordentlich überschwemmt. Unser Dachzelt hat ganz gut gehalten Da aber sonst alles nass ist - gehen wir frühstücken. Gute Idee! Es gibt Buffet.
Die morgendliche Ausfahrt ist um einiges erfolgreicher. Als erstes fahren wir auf den Dik-Dik Drive und sehen dort tatsächlich ein paar dieser winzigen Tiere. So winzig. So süß. Weniger süß ist dann die Hyäne, die genüsslich an einem alten Stück Giraffe rumkaut. Wir beobachten sie ewig, weil der Platz so günstig ist. Aber das Aas stinkt bis zu uns herüber, bäh! Selbst Giraffen begegnen uns auf dem kleinen Rundweg. Dann geht es in die Fishers Pan. Ein landschaftlich sehr schöner Weg. Wir sehen Gnus, Zebras und Giraffen und Wartogs. Eine Schildkröte und ein Uhu.

Ynas Reise Blog | Etosha N.P. | Giraffe | Hyäne frisst Giraffe
Gegen 17.00 Uhr fahren wir noch mal den Dik-Dik Drive entlang. Wieder sehen wir diese winzigen Tierchen und vor allem zig Giraffen. Aber auch heute wieder keinen Elefanten. Wie vom Erdboden verschluckt.

Ynas Reise Blog | Etosha N.P. | Dik-Dik
Dienstag Heilig Abend, heute Morgen wieder jede Menge Giraffen. Die haben dieses Mal Hochsaison. Aber Elefanten? Nein! Die sehen wir auch heute wieder nicht. Schließlich packen wir unser Zeug und fahren nach Sachsenheim.
Der Campingplatz ist sehr schön und außer uns ist niemand da. Eine dicke, schwarze Wolke, regnet sich direkt über uns aus. Wie von der Tarantel gestochen rennen alle rum. Alles in Sicherheit bringen. Kaum ist alles verteilt, hört es auf zu regnen. Aber nur für kurze Zeit. Und mir fällt ein, dass mein Akku im Ladegerät steckt. Mist! Wenn der Akku hinüber wäre, wäre das nicht so schlimm, aber wenn das Ladegerät vermüllt ist.... das wäre ziemlich blöd.

Ynas Reise Blog | Heiligabend auf dem Campingplatz  Chakalaka
Der richtig große Regen kommt aber erst noch. Wir essen auf dem überdachten Grillplatz unser Abendessen (Kudufleisch, Nudeln und Chakalaka), da blitzt und donnert es plötzlich und schon geht‘s los. Aber wie! Der Regen ist so heftig, dass wir schon denken, wir kommen nicht mehr zum Zelt. Zudem ist es stockdunkel. Irgendwann hört es schlagartig auf, wir raffen alles zusammen und rennen los. Schnell zum Zelt, und rein...

Mittwoch Akku und Ladegerät sind in Ordnung! Gegen 9.00 Uhr verabschieden wir uns von unseren Freunden, denn nun trennen sich unsere Wege wieder. Wir fahren nun Richtung Ruacana. Die Strecke ist sehr flach, sehr gerade und sehr eintönig. Einzige Abwechslung bietet der Tierverkehr auf der Straße. Permanent Ziegen, Esel oder Kühe, die über die Straße laufen.
Nach 400 km sind wir total überrascht, dass an den Ruacana Wasserfällen tatsächlich so viel Wasser ist. Auf der anderen Seite (Angola), ist nämlich ein Kraftwerk, dass den Wasserfluss arg einschränkt.
Wir machen Fotos und fahren zum Campsite am Fuße des Kunene. Diskussionen. Skeptische Blicke. Es werden zwei Himbafrauen befragt. Dann sagt man uns, es sei sehr voll und man würde uns den Platz Nr.1 geben. Cool, ein Platz ganz für uns alleine. Sogar mit Hütte, voll ausgestattet, die wir benutzen können. Der Platz liegt in der Biegung des Flusses. Traumhaft schön. Wir sitzen hier und warten auf den Sonnenuntergang.

Ynas Reise Blog | Am Fluss Kunene
Donnerstag Am Morgen verlassen wir den Campsite am Kunene und machen uns auf die 60 km Gravelpiste! Für dieses schlecht befahrbare Stück brauchen wir 2,5 Stunden. Es ist sandig, steinig, steil und holprig. Und manchmal hat‘s auch tiefe Wasserlöcher. Es gibt aber auch viele interessante Fotomotive. Der Fluss, die Zäune, die Straße. Danach wird die Strecke wieder besser. An den Straßen immer wieder Ziegenherden, die genau dann über die Straße müssen, wenn ein Auto kommt. Nach ca. 210 km haben wir es dann endlich geschafft und sitzen nun direkt an den rauschenden Epupa Falls. Auf dem letzten, verfügbaren Platz!
Wir laufen noch ein wenig rum und fotografieren. Die richtig guten Fotos kann man aber nur machen, wenn man durchs Wasser auf die andere Seite geht. Am besten mit einem Guide.

Ynas Reise Blog | An den Epupa Falls
Am Abend gibt‘s (gefühlte) 3 Meter Burenwurst und Salat. Es geht ein tierischer Wind. Hurra, durch den Wind sind auch keine Motten da.

Ynas Reise Blog | An den Epupa Falls

Freitag Wir frühstücken und machen einen Spaziergang, um uns die Wasserfälle aus einer anderen Perspektive anzuschauen. Dann packen wir alles zusammen und verlassen die Epupa Falls. 180 km später sind wir in Opowu. Die 7 km Anfahrt zum nächsten Campingplatz sind eine echte Herausforderung. Mit einem normalen PKW wollte ich den Weg nicht fahren. Aber so? Toll! Der Weg ist gespickt mit vielen Hinweisschildern. Der Besitzer hat einen etwas eigenwilligen Humor :)

Ynas Reise Blog | Traumhafter Campsite
Der Campingplatz ist traumhaft. O.K. diese Trockentoiletten (mit toller Aussicht) sind etwas gewöhnungsbedürftig. Aber die Duschen sind witzig. Wasser habe ich ja noch geholt, aber den Duscheimer muss Herr H. aufhängen. Zum Staub abwaschen reicht es und den hatten wir heute reichlich.
Wir verbringen einen traumhaften Abend. Einfach perfekt. Mit leckerem Essen, ohne Moskitos, keine Motten (kein Regen!), ein fantastischer Sternenhimmel und das Ganze am Lagerfeuer mit einem Glas Wein. Und anschließend in voller Montur ins kuschelige Zelt. (Es ist zur Abwechslung wieder etwas frisch).

So, das war der zweite Teil. Bald geht es hier weiter…

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