Donnerstag, 21. April 2016

THE HAPPY CAMPER | Alhambra, Meer und Schweineberg…

Ui, wie die Zeit vergeht. Nun ist der Aufenthalt auf Mallorca schon fast wieder rum, und wie haben bereits begonnen den Camper wieder flott zu machen. Aber von vorne…

Bevor wie nach Valencia zur Fähre gefahren sind, waren wir in Granada und haben einen Ausflug zur Alhambra gemacht. Die wunderschöne Stadtburg (kasbah) im maurischen Stil.

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Als meistbesuchte Touristenattraktion in Europa, war es gar nicht so einfach, vernünftige Fotos zu machen. Aber die wahre Schönheit der Paläste lässt sich mit einen Foto eh nicht darstellen. Man muss es einfach mit eigenen Augen gesehen haben.

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Die Burganlage ist wirklich riesig. Über 770 m lang und 220 m breit. Eigentlich bräuchte man viel mehr Zeit, um sich alles anzuschauen, aber man hat nur ein kleines Zeitfenster - und nur zu dieser Zeit kommt man hinein. Schließlich warten noch hunderte von anderen Menschen, die hinein möchten. Die Eintrittskarten konnten wir zum Glück auf dem Campingplatz buchen, so dass wir uns nicht in die normale Reihe am Ticketschalter anstellen mussten. Der Ticketpreis mit ca.15 Euro war o.k. Nur die enorme Parkgebühr hätten wir uns sparen können, wenn wir mit einem Bus hochgefahren wären...

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Das Herzstück sind die Nasridenpaläste. Die Wände sind mit fantastischen Arabesken und arabischen Schriftzügen aus Stuck verziert. Im Innenhof steht ein Brunnen mit 12 steinernen Löwen, an dessen Rand ein Spruch des Dichters Ibn Zamrak zu lesen ist: Selig ist das Auge, das diesen Garten der Schönheit sieht. Die Gärten sind wirklich wunderschön angelegt und überall duftet es nach Orangen. (Wenn bloß nicht alle die Touris wären :)

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Das war dann aber auch erst mal das letzte kulturelle Highlight, das wir uns angesehen haben. Als wir in Valencia ankamen hatten wir erst mal so gar keine Lust mehr uns irgendetwas anzuschauen. Erst mal in die Sonne, ans Meer, auf's Rad…

Unsere Fähre von Valencia nach Palma ging über Nacht. Um 20.00 Uhr stand der Camper auf dem Schiff. Gegen 22.00 Uhr ging's los. 7 - 8 Stunden Überfahrt. Wie schön wäre es gewesen, wenn wir uns in unseren Camper hätten legen können... zum Schlafen. Aber das geht natürlich nicht. So haben wir etwas unbequem auf den Pullmansitzen die Nacht verbracht. Gegen 6.00 Uhr morgens sind wir in Palma angekommen und waren auch zügig runter vom Schiff. Auf, Richtung Santany. Dort haben wir einen Freund besucht, der dort ganzjährig ein Haus gemietet hat. Hach, da hätte ich ja gerade bleiben können...

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Nach einem tollen Tag dort, haben wir uns schweren Herzens verabschiedet und sind zu unserem eigentlichen Ziel - Richtung Alcudia gefahren. Ins Hotel Esperanza am Playa de Muro.

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Dieses mal aber nicht ins Hotel, sondern in die Appartements der Anlage. Der Pool ist ein Traum. Obwohl ich gestehen muss, dass ich nicht ein einziges mal drin war, denn das Wasser ist eisekalt ... 
Und das Meer ist auch nicht wärmer. Aber auch wunderschön -  mit glasklarem Wasser und zu dieser Zeit ist der Strand natürlich noch wunderbar leer.









Nun waren wir ja eigentlich zum Radfahren hier.... was die anderen (wir haben hier Freunde getroffen) natürlich auch getan haben. Mich hat's nicht so wirklich auf's Rad gezogen. Klar, ein paar Touren bin ich gefahren. Und mit 152 Km am Stück bin ich ja auch nicht gerade ein Freizeitradler. Aber irgendwie hat's mich mehr an den Pool und in die Sonne gezogen. Endlich mal hinlegen und nichts tun. Nicht rumfahren. Nichts anschauen. Nur daliegen. (...erinnert mich gerade an einen Sketch von Loriot, ich glaube der heißt "Feierabend" :) 
Nach so einem Ruhetag ist man dann wieder fit für die diversen Strecken. Wie zum Beispiel das Wellblech, das so heißt, weil es immer rauf und runter geht. Oder der Schweineberg auf dem Weg nach Arta. Man meint, er wäre nicht so schlimm, ist er dann aber doch. Ein richtiges Schwein eben. (Für unseren brasilianischen Mitfahrer: Montanha de Porco:) Der Schildkrötenweg heisst so, weil da Herr O. mal eine Schildkröte gerettet hat. Die Straße ist gerade neu geteert und man kann da nun prima runterfahren. Dass ich da allerdings nach einer langen Tour auch wieder hoch musste, hatte mir zum Glück vorher keiner gesagt... Und das Maffay-Tal? Na ja, da hat der Peter wohl ein Häuschen stehen :)

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Und da auch Herr H. mal einen Tag Pause machen muss, sind wir an einem Tag mit dem Bus nach Palma gefahren. Mal wieder Zeit für ein bisschen Kultur... Nun waren wir schon so oft hier, aber die Kathedrale in Palma hatten wir bisher noch nie von innen gesehen. Kann ich nun empfehlen. Für 7 Euro Eintritt bekommt jeder einen Gratis-Audioguide, der einen sehr informativ durchs Museum und die Kathedrale führt.

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Die Kathedrale der Heiligen Maria. Oder wie der Volksmund sie im katalanischen nennt: La Seu (der Bischofsitz). Wie was entstand und wie groß es ist und wer was gemacht hat, könnt ihr alles bei Wiki nachlesen. Antonio Gaudi war zumindest einer von vielen, die hier in der Kathedrale bei den Restaurierungs- und Dekorationsarbeiten mitgewirkt hat. Der Beitrag des mallorquinischen Künstlers Miquel Barcelo im rechten Seitenschiff ließ mich allerdings ein wenig fassungslos dastehen.... aber über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten.

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Auch von aussen immer wieder ein fantastisches Bauwerk im gotischen Stil mit riesigen Ausmaßen. Nach der Führung innen sollte man unbedingt noch mal mit offenen Augen um die Kathedrale laufen und sich ein paar Details anschauen.

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Und wenn man dann noch Lust hat.... ein bisschen shoppen gehen, eine Kleinigkeit essen, einen Café con Leche trinken und das schöne Wetter genießen.

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Genau, während Victoria etwas verschlafen von ihrem Balkon auf die Stadt blickt, streifen wir noch ein wenig durch die Boutiquen und machen uns anschließend wieder auf den Heimweg ins Hotel. Noch eine Nacht, dann heißt es Abschied nehmen von der Insel. Dann geht es zurück nach Valencia und dann Richtung Barcelona. Aber davon später mehr…

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Montag, 4. April 2016

THE HAPPY CAMPER | ist nun in den Bergen...

Ja, nachdem wir die Küste nun verlassen haben, wird's langsam hügelig. An der Küste konnte man zwar relativ flach Radfahren, hatte aber permanent Gegenwind. Vor allem auf dem Rückweg. Logo. Und nachdem ich nun meinen Schnupfen wieder auskuriert habe, konnte es ja nun endlich weiter gehen.
Nach Conil de la Frontera (Hurra, da haben wir einen Adapter bekommen und Radler aus der Heimat getroffen), ging's dann nun endlich in die Berge. Zum Glück ist es nicht ganz so kalt, wie wir dachten. Trotzdem. Unsere verzweifelte Suche nach einem Elektroladen mit meinen chaotischen Spanischkenntnissen war von Erfolg gekrönt. Wir sind nun stolze Besitzer eines Heizlüfters... :)

Ynas Reise Blog | Spanien | Ubrique


Auf dem Weg nach Olvera sind wir in das Eine oder Andere Dorf gefahren. Haben einen Kaffee getrunken, sind rumspaziert und haben Fotos gemacht. Die Pueblos Blancos, die weißen Orte, sind wirklich wunderschön. Von weitem sieht es immer aus, als läge da ein klein wenig Schnee am Hang. Was zum Glück nicht der Fall war.

Ynas Reise Blog | Spanien | Grazalema

Wir waren in Arcos, in Ubrique und Grazalema. Von Grazalema heißt es im Reiseführer: ...sieht aus, als wäre es aus einem Raumschiff auf die steilen, felsigen Hänge der Bergkette abgeworfen worden...

Aber unser Ziel war ja Olvera. Die Gegend ist bekannt für sein Olivenöl. (Dass hier bis Mitte des 19. Jh. ein Zufluchtsort für Verbrecher war, das vergessen wir jetzt mal...;) Der Ort liegt, wie eigentlich alle Städte und Dörfer, auf einem Berg. Unser Campingplatz auf einem kleinen Hügel daneben.

Ynas Reise Blog | Spanien | Olvera
Aber wir sind ja nicht nur zum Städtegucken hier, nicht wahr? Wir wollen ja auch Radfahren. Wobei es mir schon ganz schlecht wurde, als ich gesehen habe, wie hügelig es hier ist. Runter sausen ist ja megageil, wisst ihr ja, aber hochfahren? Öhm, nicht so mein Ding...
Na, da hatte ich aber Glück, dass die Strecke, die Herr H. ausgesucht hat, eine ehemalige Bahnstrecke war. Bahnstrecke bedeutet: kann nicht so furchtbar steil sein. Die Via Verde de la Sierra.

Ynas Reise Blog | Spanien | Olvera | Via Verde de la Sierra
Die Via Verde ist Gelb :) Na ja, nur ein paar Kilometer, dann mal rot geteert und nach 6-7 km ist es dann nur noch Schotter. Die Strecke ist 36 Kilometer lang und man muss durch 30 Tunnel fahren. Gut, wenn man Licht dabei hat. Nicht, dass man damit besser sieht, wenn der Tunnel nicht beleuchtet ist, aber man wird zumindest von Entgegenkommenden gesehen. Der längste Tunnel ist ein Kilometer lang und zum Glück beleuchtet. Trotzdem ein komisches Gefühl mit dem Rad durch die Finsternis zu fahren. Und immer noch schnell die Sonnenbrille runter, sonst wird's zappeduster!

Ynas Reise Blog | Spanien | Olvera | Via Verde de la Sierra | Tunnel





Ynas Reise Blog | Spanien | Olvera | Via Verde de la Sierra | Brücke
Am Ende der wunderschönen Strecke gab es leckere Tapas und ein Radler. Dann das Ganze wieder Retour. Und dann? Oh no! Doch nicht etwa diesen Berg rauf? 16-17 Prozent Steigung. Und das Ganze fast 1 km lang. Ich dachte ich müsste kotzen (sorry!). Ich wollte bestimmt hundert mal absteigen und schieben. Da haben sogar Leute ihr Rad runter geschoben, weil sie sich nicht getraut haben runterzufahren...
Tja, irgendwie hab ich's geschafft (am Ende im ZickZack) und oben war ich dann fix und alle. Bei der nächsten Abfahrt ist dann wieder alles vergessen:)

Am nächsten Tag ging's dann nach Ronda. Die größte "weiße Stadt". Die Stadt hat eine ganz irre Lage. Oben auf den bis zu 120 Meter abfallenden Felswänden. Wahrzeichen der Stadt ist die Puente Nuevo, die sich dramatisch über die Schlucht zwischen den zwei Stadtteilen spannt.
Wir laufen also den Camino de los Molinos runter, um einen tollen Blick auf die Brücke zu haben. Das Wetter hat so gerade noch mitgespielt.

Ynas Reise Blog | Spanien | Ronda | Puente Nuevo



Und von oben hat man natürlich auch einen ganz fantastischen Blick. Über die Schlucht und die beiden Stadtteile.

Aber auch so ist die Stadt sehenswert. Was sich im übrigen wohl auch Dumas, Rielke, Orson Welles oder Hemingway gedachten haben mögen. Letzterer war wohl sicher überall, wo es eine Stierarena gab...

Ynas Reise Blog | Spanien | Ronda | Stier
In der Nähe von Ronda haben wir uns dann einen Campingplatz gesucht und dann fing es gegen Abend auch schon an zu regnen. Am Montag ging es dann Richtung Granada. Vorbei an Olivenbäumen, so weit das Auge reicht. Und weiter. Unglaublich. 
Da sind wir nun. Sitzen in unserem Camper und lauschen dem Regen. Es gießt mal wieder in Strömen. Was ist das bloß für ein beknackter Frühling? 
Aber, wir haben einen Heizlüfter, Internet, ein Känguru und uns. Der Kühlschrank ist voll. Wein ist genügend vorhanden. So what? 
Bis wir übersetzen, nach Mallorca, bleiben uns noch ein paar Tage. Die Fähre von Valencia geht am 8. April abends. Aber davon später mehr.

Bis ganz bald.