Montag, 4. April 2016

THE HAPPY CAMPER | ist nun in den Bergen...

Ja, nachdem wir die Küste nun verlassen haben, wird's langsam hügelig. An der Küste konnte man zwar relativ flach Radfahren, hatte aber permanent Gegenwind. Vor allem auf dem Rückweg. Logo. Und nachdem ich nun meinen Schnupfen wieder auskuriert habe, konnte es ja nun endlich weiter gehen.
Nach Conil de la Frontera (Hurra, da haben wir einen Adapter bekommen und Radler aus der Heimat getroffen), ging's dann nun endlich in die Berge. Zum Glück ist es nicht ganz so kalt, wie wir dachten. Trotzdem. Unsere verzweifelte Suche nach einem Elektroladen mit meinen chaotischen Spanischkenntnissen war von Erfolg gekrönt. Wir sind nun stolze Besitzer eines Heizlüfters... :)

Ynas Reise Blog | Spanien | Ubrique


Auf dem Weg nach Olvera sind wir in das Eine oder Andere Dorf gefahren. Haben einen Kaffee getrunken, sind rumspaziert und haben Fotos gemacht. Die Pueblos Blancos, die weißen Orte, sind wirklich wunderschön. Von weitem sieht es immer aus, als läge da ein klein wenig Schnee am Hang. Was zum Glück nicht der Fall war.

Ynas Reise Blog | Spanien | Grazalema

Wir waren in Arcos, in Ubrique und Grazalema. Von Grazalema heißt es im Reiseführer: ...sieht aus, als wäre es aus einem Raumschiff auf die steilen, felsigen Hänge der Bergkette abgeworfen worden...

Aber unser Ziel war ja Olvera. Die Gegend ist bekannt für sein Olivenöl. (Dass hier bis Mitte des 19. Jh. ein Zufluchtsort für Verbrecher war, das vergessen wir jetzt mal...;) Der Ort liegt, wie eigentlich alle Städte und Dörfer, auf einem Berg. Unser Campingplatz auf einem kleinen Hügel daneben.

Ynas Reise Blog | Spanien | Olvera
Aber wir sind ja nicht nur zum Städtegucken hier, nicht wahr? Wir wollen ja auch Radfahren. Wobei es mir schon ganz schlecht wurde, als ich gesehen habe, wie hügelig es hier ist. Runter sausen ist ja megageil, wisst ihr ja, aber hochfahren? Öhm, nicht so mein Ding...
Na, da hatte ich aber Glück, dass die Strecke, die Herr H. ausgesucht hat, eine ehemalige Bahnstrecke war. Bahnstrecke bedeutet: kann nicht so furchtbar steil sein. Die Via Verde de la Sierra.

Ynas Reise Blog | Spanien | Olvera | Via Verde de la Sierra
Die Via Verde ist Gelb :) Na ja, nur ein paar Kilometer, dann mal rot geteert und nach 6-7 km ist es dann nur noch Schotter. Die Strecke ist 36 Kilometer lang und man muss durch 30 Tunnel fahren. Gut, wenn man Licht dabei hat. Nicht, dass man damit besser sieht, wenn der Tunnel nicht beleuchtet ist, aber man wird zumindest von Entgegenkommenden gesehen. Der längste Tunnel ist ein Kilometer lang und zum Glück beleuchtet. Trotzdem ein komisches Gefühl mit dem Rad durch die Finsternis zu fahren. Und immer noch schnell die Sonnenbrille runter, sonst wird's zappeduster!

Ynas Reise Blog | Spanien | Olvera | Via Verde de la Sierra | Tunnel





Ynas Reise Blog | Spanien | Olvera | Via Verde de la Sierra | Brücke
Am Ende der wunderschönen Strecke gab es leckere Tapas und ein Radler. Dann das Ganze wieder Retour. Und dann? Oh no! Doch nicht etwa diesen Berg rauf? 16-17 Prozent Steigung. Und das Ganze fast 1 km lang. Ich dachte ich müsste kotzen (sorry!). Ich wollte bestimmt hundert mal absteigen und schieben. Da haben sogar Leute ihr Rad runter geschoben, weil sie sich nicht getraut haben runterzufahren...
Tja, irgendwie hab ich's geschafft (am Ende im ZickZack) und oben war ich dann fix und alle. Bei der nächsten Abfahrt ist dann wieder alles vergessen:)

Am nächsten Tag ging's dann nach Ronda. Die größte "weiße Stadt". Die Stadt hat eine ganz irre Lage. Oben auf den bis zu 120 Meter abfallenden Felswänden. Wahrzeichen der Stadt ist die Puente Nuevo, die sich dramatisch über die Schlucht zwischen den zwei Stadtteilen spannt.
Wir laufen also den Camino de los Molinos runter, um einen tollen Blick auf die Brücke zu haben. Das Wetter hat so gerade noch mitgespielt.

Ynas Reise Blog | Spanien | Ronda | Puente Nuevo



Und von oben hat man natürlich auch einen ganz fantastischen Blick. Über die Schlucht und die beiden Stadtteile.

Aber auch so ist die Stadt sehenswert. Was sich im übrigen wohl auch Dumas, Rielke, Orson Welles oder Hemingway gedachten haben mögen. Letzterer war wohl sicher überall, wo es eine Stierarena gab...

Ynas Reise Blog | Spanien | Ronda | Stier
In der Nähe von Ronda haben wir uns dann einen Campingplatz gesucht und dann fing es gegen Abend auch schon an zu regnen. Am Montag ging es dann Richtung Granada. Vorbei an Olivenbäumen, so weit das Auge reicht. Und weiter. Unglaublich. 
Da sind wir nun. Sitzen in unserem Camper und lauschen dem Regen. Es gießt mal wieder in Strömen. Was ist das bloß für ein beknackter Frühling? 
Aber, wir haben einen Heizlüfter, Internet, ein Känguru und uns. Der Kühlschrank ist voll. Wein ist genügend vorhanden. So what? 
Bis wir übersetzen, nach Mallorca, bleiben uns noch ein paar Tage. Die Fähre von Valencia geht am 8. April abends. Aber davon später mehr.

Bis ganz bald.

1 Kommentar:

  1. 30 tunnel bei 36 km sind schon heftig!! und am selben tag noch den berg hoch!! respekt!
    ronda mit dieser fantastischen brücke ist ja fantastisch, ich glaub, ich hätte 100 fotos davon gemacht!!
    weiter gute reise, übermorgen geht es ja dann schon nach mallorca!
    lg, mano

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